Ebling: Erfolgsmodell Schulsozialarbeit wird an allgemeinbildenden Schulen weiter ausgebaut
"Das Hauptziel der Bildungs- und Jugendpolitik im Land ist es, allen Kindern und Jugendlichen bessere und gleiche Bildungschancen zu verschaffen, und dabei insbesondere junge Menschen, die in schwierigen Lebensverhältnissen aufwachsen, wirksamer zu unterstützen. Dazu sollen die Schulen sowie die verschiedenen Angebote der Jugendhilfe im Land noch häufiger und noch enger miteinander und mit den Familien der Schülerinnen und Schüler zusammenarbeiten. Ein zentrales Instrument dieser Zusammenarbeit ist die Schulsozialarbeit, die das Land durch seine finanzielle Förderung im kommenden Schuljahr an landesweit 178 allgemeinbildenden Schulen ermöglicht." Das betonte Bildungs- und Jugendstaatssekretär Michael Ebling heute in Mainz. Im Vergleich zum Jahresbeginn 2007 werde sich das Unterstützungsangebot für Schülerinnen, Schüler, Schulen und Elternhäuser durch Schulsozialarbeit im Laufe des kommenden Schuljahres damit mehr als verdoppelt, im Vergleich zum Jahresbeginn 2005 sogar vervierfacht haben.
13.08.2007 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz"Das Konzept der Schulsozialarbeit ist vor allem aus zwei Gründen zu einem Erfolgsmodell geworden: Einerseits ist die Schulsozialarbeit für die Schule ein zusätzliches Beratungs- und Hilfsangebot, das den Auftrag der Lehrkräfte unterstützt und das schulische Leben bereichert. Andererseits bietet die enge Verzahnung mit den sonstigen Angeboten der Jugendhilfe die Chance für ein umfassendes Unterstützungsangebot für die einzelnen Schülerinnen und Schüler sowie für die Eltern", betonte Ebling. Eine besondere Rolle spiele dabei, dass Schule heute mehr denn je zuvor sowohl ein Ort der Vermittlung von Wissen als auch Lebens- und Erfahrungsraum für Kinder und Jugendliche sei. Vor allem für Schülerinnen und Schüler sei die Bedeutung von sozialpädagogisch qualifizierten Ansprechpart-nerinnen und Ansprechpartnern gewachsen, die nicht direkt in das System Schule eingebunden seien, aber dort über sehr enge Kontakte verfügten, und die zugleich im außerschulischen Bereich – sei es nun in Elternhäusern oder in Bereichen der Jugendhilfe – Einfluss nehmen könnten.
Mit einem deutlichen Schwerpunkt im Bereich der Hauptschulen habe das Land daher mit dem Doppelhaushalt 2007/2008 einen klaren Akzent zum Ausbau der Schulsozialarbeit gesetzt, sagte der Bildungs- und Jugendstaatssekretär und unterstrich: "Die Resonanz bei den Jugendhilfeträgern war sehr erfreulich und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Anfang dieses Jahres förderte das Land an insgesamt 82 allgemeinbildenden Schulen – darunter 58 Hauptschulen – das Angebot der Schulsozialarbeit. Aktuell sind an 100 Hauptschulen Schulsozial-arbeitsstellen bewilligt, an 136 Schulen landesweit ist dies insgesamt der Fall. Noch im kommenden Schuljahr wird es gelingen, dass dann 128 Hauptschulen und darüber hinaus noch 50 weitere allgemeinbildende Schulen im Land Unterstützung durch Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter haben." Alle von den Jugendämtern gemeldeten Hauptschulen würden dabei abgedeckt.
Damit werde nicht nur das mit der Regierungserklärung von Ministerpräsident Kurt Beck zum Beginn dieser Legislaturperiode vorgegebene Ziel erreicht, die Schulsozialarbeit an Hauptschulen flächendeckend auszubauen, hielt Ebling fest. Es gelinge sogar noch ein Schritt darüber hinaus – insbesondere an weiterführenden Schulen mit Hauptschulbildungsgang –, der den Wünschen und Vorstellungen der Träger der Jugendhilfe entspreche. Das Land fördere die Schulsozialarbeit dabei mit einem Festbetrag von 30.600 Euro pro ganzer Stelle beziehungsweise mit 15.300 Euro für eine halbe Stelle. Diese Landesförderung decke jeweils etwa zwei Drittel der anfallenden Kosten ab. Die restliche Finanzierung müssten die örtlichen Jugendhilfeträger sicherstellen, die bei der Einrichtung der Stellen aber auch mit freien Trägern zusammenarbeiten könnten.
"Neben dem zentralen bildungspolitischen Projekt der vergangenen Legislaturperiode, dem Ausbau der Ganztagsschulen, der auch in dieser Legislaturperiode weiter vorangetrieben wird, ist der Ausbau der Schulsozialarbeit ein sehr wichtiger Baustein für mehr Chancengleichheit und mehr individuelle Förderung im schulischen Bildungsangebot", hielt Staatssekretär Ebling fest. "Schulsozialarbeit unterstützt die Prävention, dient der Integration und fördert, wenn sie richtig eingesetzt wird, bildungspolitische Innovation. Zudem – und das ist heute besonders wichtig – unterstützt der Einsatz von Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern junge Menschen auf ihrem Weg in die Arbeitswelt."
Anlagen: Übersichten über die bereits vorhandenen Standorte von Schulsozialarbeit und die aktuellen Ausbauplanungen zum Download in der rechten Spalte, oben.
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