Ein Haus des Lernens braucht viele Experten
„Der VBE begrüßt den Plan der Landesregierung, Senior-Experten für die ehrenamtliche Arbeit an Schulen gewinnen zu wollen“, erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). „Senioren aus unterschiedlichen Professionen können mit ihren vielfältigen Kompetenzen und Erfahrungen eine Bereicherung für Lehrer und Schüler sein. Allerdings dürfen sie nicht als kostenlose Reservearmee gegen Unterrichtsausfall missbraucht werden.“
19.12.2006 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRWLehrerinnen und Lehrer nehmen die von der Landesregierung angekündigte Unterstützung durch Senioren aus unterschiedlichen Berufsfeldern gerne an. Auf diesem Weg können Erfahrungen in die Schulen gelangen, die Lehrer selbst nicht gemacht haben und folglich nicht weitergeben können. Da Lernen mehr sein sollte als nach Fächern sortierter Unterricht, können solche Partner eine wirkungsvolle Unterstützung sein.
Wer in einer Personalabteilung gearbeitet hat, kann Schülerinnen und Schüler viel praxisnäher mit dem Ablauf eines Bewerbungsgesprächs konfrontieren als eine Lehrerin oder ein Lehrer. Eine ehemalige Journalistin hat einen ganz anderen Blick auf geschriebene Texte als eine Deutschlehrerin.
„Diese Kompetenzen und Erfahrungen können sowohl bei Lehrern als auch bei Schülern den Blick über den Tellerrand schärfen“, so Beckmann weiter. „Es muss aber von vornherein klar sein, dass mit dem kostenlosen Engagement der Senioren keine Lücken gestopft werden, um die Unterrichtsausfallstatistik zu schönen. Die Arbeit der ehrenamtlichen Senioren-Berater darf auch nicht ausnahmsweise ein Ersatz für den klassischen Unterricht sein.“
Es darf nicht so ablaufen, dass einer Schule, die mit ehrenamtlichen Senior-Experten zusammenarbeitet, irgendwann vorgehalten wird, dass sie diese doch einsetzen kann, wenn eine Lehrerin oder ein Lehrer krankheitsbedingt ausfällt. Wenn Schulen in dieser Hinsicht unter Druck gesetzt werden, ist die Idee zum Scheitern verurteilt.
„Wir begrüßen die Idee und tragen sie mit“, so Beckmann abschließend. „Wir werden aber genau beobachten, ob und wie die Landesregierung das Engagement dieser Menschen künftig bei Diskussionen über Lehrerstellen einbeziehen wird.“
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