Eltern wollen größtmöglichen Fortschritt in der Bildungspolitik
Die Landeselterninitiative für Bildung hat in einem Brief an die Vorsitzenden der im neuen Landtag vertretenen Parteien appelliert, im Interesse der Entwicklung der Kinder des Landes bei den Koalitionsverhandlungen nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner auszuloten, sondern einen grundlegenden Bildungspolitikwechsel einzuleiten. Die Wähler hätten dafür ein deutliches Signal gegeben. Jetzt setzten Eltern ihre große Hoffnung auf die neuen politischen Kräfte im Landtag.
02.09.2009 Pressemeldung Landeselterninitiative für Bildung e.V.Den Politikern hat die Bürgerinitiative eine umfangreiche Analyse schulischer Bildung im Saarland auf den Tisch gelegt. Die Fakten sehen wahrlich nicht gut aus. Das Saarland könne zu einem Modellland für Schulentwicklung werden, wenn sich nur eine "starke politische Lobby" fände. Als Beispiel dafür könne die finnische Schulpolitik dienen. Sie widerlege deutsche Argumentationen, dass Chancengleichheit auf Kosten des Leistungsniveaus gehe. Kennzeichen finnischer Schulen seien die fest verankerte individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler in kleinen Lerneinheiten, eine Lernkultur der Wertschätzung und das Prinzip "Kein Kind darf zurückgelassen werden". Dazu brauchten Schulen mehr Freiräume und bei einem besseren Tagesrhythmus mit den Schülern mehr Zeit, ihre pädagogische Kompetenz entfalten zu können, sowie sozialpädagogische und (schul)psychologische Beratung.
Die zurückgehenden Schülerzahlen könnten dazu genutzt werden, die Betreuungssituation zu verbessern und Lerndefizite sowie individuelle Probleme von Schülern rascher und klarer zu erkennen sowie umfassender und gründlicher aufzuarbeiten. Auch müsse ideologiefrei und ernsthaft darüber gesprochen werden, ob die frühe Selektion nach der vierten Grundschulklasse beibehalten bleibt. Schule müsse sich den Bedürfnissen der Kinder anpassen und nicht umgekehrt.
Anlage: Analyse schulischer Bildung im Saarland - Stand 30.8.2009 (siehe rechte Spalte)
Keine Kommentare vorhanden