Brandenburg

Erfolgreiche Berufsorientierung an den Schulen: Immer weniger Oberschüler ohne Abschluss

Bildungsministerin Martina Münch hat im Rahmen einer Pressefahrt an der Oberschule "Heinrich Julius Bruhns" in Kloster Lehnin (Landkreis Potsdam-Mittelmark) über das Landeskonzept zur Berufs-und Studienorientierung informiert und gemeinsam mit dem Schulleiter die schuleigenen Schüler-Projekte "Arboretum" und "Zeitreise" präsentiert.

04.07.2014 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

"Unsere Schulen machen Jugendliche frühzeitig fit für die Entscheidung zum richtigen Beruf. Sie zeigen ihnen die Vielfalt von Bildungswegen, lassen sie in die Arbeitswelt hineinschnuppern, trainieren Bewerbungsschreiben, bauen Brücken, um die eigenen Stärken, aber auch Schwächen zu erkennen", so Münch. "Mit zunehmendem Erfolg: So ist die Quote der Schulabgängerinnen und -abgänger ohne Abschluss an den Oberschulen deutlich gesunken – von 3,3 Prozent im Schuljahr 2006/07 auf zuletzt nur noch 2 Prozent. Ebenfalls erfreulich ist die steigende Akzeptanz der Oberschulen. Immer mehr Schülerinnen und Schüler melden sich an den Oberschulen an. Das liegt auch an der Durchlässigkeit der Schulform: Mehr als ein Drittel aller Schülerinnen und Schüler verlassen die Oberschule mittlerweile mit einer Empfehlung für den Besuch der gymnasialen Oberstufe, vor vier Jahren war es erst ein Viertel."

Die Berufs- und Studienorientierung ist an allen allgemein bildenden weiterführenden Schulen im Land Brandenburg fest verankert. Jede Schule hat ihr eigenes schulisches Konzept, das insbesondere die Art und den Umfang der schulischen Maßnahmen im Bereich der Berufs- und Studienorientierung festgelegt.

Initiative Oberschule (IOS): Damit werden gezielt Kooperationsprojekte zwischen den Oberschulen und außerschulischen Partnern gefördert. Die Ausbildungsfähigkeit von Jugendlichen, aber auch ihre Sozialkompetenzen werden gestärkt. Dafür standen in den vergangenen Jahren mehr als 31 Millionen Euro zur Verfügung.

Schülerbetriebspraktikum: Es ist fester Bestandteil ist in der Jahrgangsstufe 9 und dauert zwei- bis maximal drei Wochen. In der Jahrgangsstufe 10 kann – auf Beschluss der Lehrkräftekonferenz – an Ober- und Gesamtschulen ein zweites Schülerbetriebspraktikum durchgeführt werden.

Praxislernen: Zusätzlich kann in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 der Unterricht zeitweise bei außerschulischen Partnern wie Unternehmen, Betrieben oder sozialen Einrichtungen durchgeführt werden.

Seminarkurs: Ab Jahrgangsstufe 11 werden in den Schulen mit gymnasialer Oberstufe in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern im Seminarkurs "Berufs- und Studienorientierung" weitere praxisnahe Erfahrungen angeboten.

Berufswahlpass: Er wird ab Jahrgangsstufe 7 an fast allen weiterführenden allgemein bildenden Schulen eingesetzt. Das Infomaterial regt Jugendliche zum Mitgestalten, Erkunden, Testen und Informieren an.

"Schule mit hervorragender Berufs- und Studienorientierung": Derzeit tragen 71 brandenburgische Schulen den Titel "Schule mit hervorragender Berufs- und Studienorientierung", darunter 48 Oberschulen und 10 Gymnasien.

Schülerfirmen: In ihnen setzen sich Schülerinnen und Schüler mit Fragen der Unternehmensgründung auseinander, erwerben ökonomische Grundkenntnisse und erfahren Abläufe in einem Unternehmen. Wichtige Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit werden erlernt. 2013 lernten und arbeiteten rund 1.500 Kinder und Jugendliche aller Schulformen in 123 Schülerfirmen.

Schulvisitation: Die Berufs- und Studienorientierung ist ein Profilmerkmal und festes Kriterium der Schulvisitation. Ergebnis an 115 weiterführenden Schulen: Die individuelle Berufs- und Studienorientierung ist eine der Stärken an Brandenburger Schulen.

Zukunftstag: Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 10 sollen am Zukunftstag vor allem für sie bisher noch "untypische" Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten kennenlernen. Im Schuljahr 2013/14 haben fast 5.200 Jugendliche diese Möglichkeit genutzt.

Kooperation mit Arbeitsagenturen: Berufs- und Studienberater der örtlich zuständigen Agenturen der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit führen insbesondere für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsabgangsklassen individuelle Beratungen an den Schulen durch.

Netzwerk Zukunft: Das Bildungsministerium ist – gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern, der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V. und den Handwerkskammern, Mitglied im Verein Netzwerk Zukunft. Schule und Wirtschaft für Brandenburg. Das Netzwerk Zukunft unterstützt die Schülerinnen und Schüler in der Berufs- und Studienorientierung und vernetzt gleichzeitig landesweit, über ihre Außenstellen auch regional Schulen, Hochschulen, Unternehmen und Sozialpartner.

Türöffner: Zukunft Beruf: Das Arbeits- und Sozialministerium hat 2013 das Projekt "Türöffner: Zukunft Beruf – Brandenburger Netzwerk für Jugendliche" ins Leben gerufen. Beim Modellprojekt in Storkow (Landkreis Oder-Spree) sorgt eine lokale Koordinierungsstelle dafür, dass den Jugendlichen qualifizierte, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zur Seite stehen, die sie als Mentoren auf ihrem Weg in die Ausbildung begleiten. Weitere Türöffner-Modelle gibt es in Neuruppin (Landkreis Ostprignitz-Ruppin), Seelow (Landkreis Märkisch-Oderland) und Potsdam.


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