Realschule plus

Erster Durchgang nach der Schulstrukturreform verlässt die Schule

2009 gingen die ersten "Realschulen plus" an den Start. Ob das "Plus" allerdings ein "Adelstitel" sei, war sehr umstritten. Die Zusammenführung der Haupt- mit der Realschule löste nicht nur Skepsis bei Eltern oder Unternehmen aus, auch der Verband Reale Bildung (damals noch Verband Deutscher Realschullehrer) war mit dieser weitreichenden Veränderung konfrontiert und entsprechend verunsichert.

17.07.2015 Pressemeldung Verband Reale Bildung

Für den Lehrerverband ging und geht es vor allem darum, die Leistungsfähigkeit und das Ansehen der Schulen zu erhalten.

Jetzt verlässt der erste Jahrgang der Generation "plus" die Schulen. Als Erfolg kann es der Verband Reale Bildung (VRB) verbuchen, dass die beiden Abschlüsse "Berufsreife" (früher Hauptschulabschluss) und "Qualifizierter Sekundarabschluss I" (früher Realschulabschluss) erhalten geblieben sind, dass durch äußere und innere Differenzierung sowie durch die Wahlpflichtfächer eine klare Profilbildung möglich ist und dass der Realschule plus eine Oberstufe in Form der Fachoberschule (FOS) ermöglicht wurde.

Für die Schulen hat die Reform - verbunden mit gesellschaftlichen Veränderungen - seit 2009 vor allem einen beachtlichen Zuwachs an Projekten und Belastungen gebracht. Exemplarisch seien genannt:

  • (Zwangs-)Fusion zweier Schularten mit unterschiedlichen pädagogischen Konzepten
  • Zusammenführung der Lehrerkollegien und Entwicklung eines Schulprogramms
  • Projekt "Keine(r) ohne Abschluss" und Praxistag
  • wachsende Heterogenität der Schülerschaft und steigender Migrantenanteil
  • Inklusion an Schwerpunktschulen
  • Kooperation mit außerschulischen Institutionen
  • Ausweitung der individuellen Förderung und der Berufsorientierung
  • Aufbau und Ausgestaltung einer Oberstufe (FOS)
  • wachsende Zahl von Teambesprechungen und Projektgruppen-Sitzungen

Die Lehrkräfte an Realschulen plus arbeiten aufgrund der gestiegenen unterrichtlichen Anforderungen und der zunehmenden außerunterrichtlichen Aufgaben weit über vertretbare Belastungsgrenzen hinaus. Die seit Jahrzehnten unverändert hohe Unterrichtsverpflichtung trägt der neuen Lehrerrolle nicht mehr Rechnung. VRB-Landesvorsitzender Bernd Karst appelliert daher an die Fürsorgepflicht der Landesregierung: "Lehrkräfte brauchen Entlastungen, um der zunehmenden Aufgabenvielfalt gerecht werden zu können." Aus den Erfahrungen der ersten "Generation Realschule plus" wird deutlich, dass sich das Anforderungsprofil des Lehrerberufs deutlich gewandelt hat.

"Bei allen Veränderungen bleibt als Konstante, dass die Realschule nach wie vor eine attraktive Alternative zum Gymnasium ist", so VRB-Chef Karst. "Reale Bildung ist – auch im Interesse der Wirtschaft – unverzichtbar, denn sie ist die Basis sowohl für die Duale Berufsausbildung als auch für studienorientierte Bildungsgänge. Das Bildungsministerium sollte sich stets der Bedeutung Realer Bildung für die Versorgung mit qualifizierten Fachkräften bewusst sein."

Ansprechpartner

Verband Reale Bildung

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