Erster Preis für das Schulprojekt "Leseherbst"
Die drei Gewinner des Förderpreises "Hauptsache Lesen" stehen fest: Den ersten Preis erhält die Grundschule Kranzberg (Oberbayern) für das Projekt "Leseherbst". Mit der Aktion "Hahnbach liest - ein Lesejahr mit Lesefest als Höhepunkt", überzeugte die dortige Grundschule die Jury und wurde dafür mit dem zweiten Preis auszeichnet. Dritter im Wettbewerb um nachhaltige Leseprojekte wurde die Grundschule Hohenkammer, die sich mit mehreren Aktionen um den Förderpreis bewarb, u. a. mit einem "Literaturfünfkampf" und einer "Besonderen Märchenstunde". Den Förderpreis vergeben erstmals in Bayern die Stiftung LERNEN der Schul- Jugendzeitschriften FLOHKISTE/floh! sowie der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV). Ausländer- und Elternbeirat unterstützen den Förderpreis, der nach Leseprojekten in Grundschulen sucht, die Kindern Lust auf Lesen machen. Die Preisverleihung für den ersten Sieger des Wettbewerbes, an der u. a. auch Kultusminister Ludwig Spaenle als Schirmherr teilnehmen wird, findet am 21. Mai in der Grundschule Kranzberg statt.
20.05.2010 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.Grundschullehrerinnen und -lehrer waren aufgerufen, sich an der Ausschreibung zu beteiligen. Die Aufgabenstellung war klar umrissen: Die Bewerber sollten langfristige Leseaktivitäten in der Klasse oder an der Schule darstellen. Der Förderpreis wird für bereits verwirklichte, laufende oder im Ausschreibungszeitraum begonnene Projekte vergeben. Die einzige Bedingung: Sie sollen Lust auf Lesen machen. Das Besondere: Erstmals saßen in der Jury auch die bildungspolitischen Sprecher sämtlicher Faktionen.
"Lesen lernt man nur durch Lesen", erklärte der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung LERNEN, Günther Brinek. Es komme aber auch noch auf das "wie" an. Hier setze der Förderpreis an, denn er wolle Pädagogen dazu ermuntern, sich Konzepte auszudenken, die Kinder zum Lesen animieren. "Unser Ziel ist es, die Leseerziehung an Grundschulen nachhaltig zu fördern. Die Schulen sollen angeregt werden, kreative Leseprozesse in Klassen sowie eine Gesamtidee für die ganze Schule zu entwickeln, in die auch Eltern eingebunden werden."
"Die eingereichten 60 Bewerbungen zeigen eindrucksvoll, wie kreativ an den Schulen gearbeitet wird und wie sehr sich Pädagoginnen und Pädagogen an Grundschulen bemühen, Kindern Lesefreude zu vermitteln", betonte die Vizepräsidentin des BLLV, Waltraud Lučić. Die Leselust von Schülerinnen und Schülern zu wecken und zu fördern sei keine leichte Aufgabe.
Lučić und Brinek hoben den herausragenden Stellenwert des Lesens für die Persönlichkeitsbildung eines Kindes und für seine seelische und geistige Entwicklung hervor. Weil Lesekompetenz ein Gradmesser für die Chance auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe sei, müssten alle Kinder so früh wie möglich zum Lesen verlockt werden und Lesen lernen. "Es ist erfreulich, dass viele bayerische Grundschulen die Leseerziehung sehr ernst nehmen und pädagogisch einfallsreiche Konzepte anbieten", sagte Lučić. Trotzdem gebe es noch viel zu tun, vor allem sei auch die Politik gefordert: Die von internationalen Studien wie PISA aufgedeckten Mängel beim Lesen und Textverständnis seien erschreckend. "Vor allem Jungen lesen nicht gern, viele ausländische Schüler/innen sind wegen mangelnder Sprach- und Lesekompetenz beim Übertritt benachteiligt. Viele von ihnen sind auch mit 15 oder 16 Jahren nicht in der Lage, sinnentnehmend deutsch zu lesen." Die BLLV -Vizepräsidentin sprach sich daher für weitere spezielle Förderangebote aus - "zumal nur sehr mühsam aufgeholt werden kann, was Kinder während der Grundschulzeit versäumen." Grundschullehrer/innen bräuchten zudem mehr Zeit und personelle Unterstützung, um sich noch intensiver um jedes einzelne Kind kümmern zu können. Mit der Vergabe des Förderpreises wollen die Initiatoren nicht zuletzt auch ein Zeichen für die Notwendigkeit einer neuen Lesekultur setzen. "Wir brauchen mehr davon", erklärten Lučić und Brinek. Die drei Preisträgerschulen hätten die Jury überzeugt, "weil sie auf besonders kreative und weit über das rein textbezogene Lesen aufzeigen, welche Potentiale das Lesen und Verstehen von Texten eröffnet."
So entstand die Idee für das mit dem ersten Preis ausgezeichnete Projekt "Leseherbst" der Grundschule Kranzberg in Anlehnung an eine Aktion des Freisinger Kulturvereins, der seit vielen Jahren den "Literarischen Herbst" initiiert. Im Schulprojekt wurden Aktivitäten im Bereich Literatur, Malerei und Theater aufgegriffen und Ideen umgesetzt. Im Mittelpunkt stand der Gedanke des "vernetzen Lesens". Über unterschiedliche Sinneswahrnehmungen entdeckten die Schüler/innen neue Zugänge zum Lesen: Geschichten erzählt bekommen und selber erzählen, Texte illustrieren, mit Autoren und Illustratoren sprechen, eine eigene Märchenzeitung drucken, im Radio über Bücher sprechen - um nur wenige Beispiele zu nennen. Auf diese Weise wurde über die wechselseitige Verschränkung von Text, Ton und Bild ein überzeugender Leseunterricht praktiziert, der weit über rein textbezogene Formen hinausreicht. w
Die Preisverleihung, zu der wir Sie herzlich einladen, findet am Freitag, dem 21. Mai 2010, in der Volksschule Kranzberg, Hohenbachern Straße 10, in 85402 Kranzberg (Nähe Freising) statt. Kultusminister Ludwig Spaenle wird die Preise an die Gewinnerschule übergeben. Beginn ist um 10 Uhr, voraussichtliches Ende gegen 12 Uhr.
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