MINT

Experte fordert mehr Freiräume für Lehrer

(red/idw) Führende Fachdidaktiker fordern bessere Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte von Mathematik und Naturwissenschaften. "Der Erfolg der Schüler gerade in den sogenannten MINT-Fächern hängt ganz entscheidend von der Kompetenz der Lehrkräfte ab. Dafür benötigen sie immer wieder neue Impulse", sagte Prof. Dr. Werner Blum von der Universität Kassel, einer der führenden Mathematik-Didaktiker Deutschlands, vor dem 105. Bundeskongress des Vereins zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts (MNU).

31.03.2014 Artikel

Den Eröffnungsvortrag hält Prof. Dr. Hans Anand Pant, Direktor des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) aus Berlin. Er spricht über "Mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen am Ende der Sekundarstufe I: zentrale Befunde des IQB-Ländervergleich". Prof. Blum wird den Festvortrag zum Thema "Kompetenzorientierter Unterricht im Spannungsfeld von Standards und Schülerorientierung" halten. Der Kongress, der von der Universität mit veranstaltet wird, bietet ein Vortrags- und Workshop-Programm, das von Best-Practice Beispielen aus der Schulpraxis über die Fachdidaktik bis hin zu Fachvorträgen aus den verschiedenen MINT-Fächer reicht.

Der Mathematikdidaktiker Blum, der unter anderem an der Ausarbeitung der Mathematik-Aufgaben des jüngsten bundeweiten Schulleistungsvergleichs wie auch der PISA-Aufgaben beteiligt war, betonte: "Deutschland ist zwar in den vergangenen Jahren bei PISA relativ besser geworden, es ist aber immer noch sehr viel zu tun, um näher an die Spitzenländer heranzukommen. Auf dem MNU-Bundeskongress zeigen wir hierfür Wege auf." Der Bundesvorsitzende des MNU Jürgen Langlet fordert in diesem Zusammenhang: "Neben besseren Fort- und Weiterbildungsangeboten brauchen wir mehr Unterrichtsstunden und damit auch mehr Lehrkräfte an den Schulen sowie mehr Freiräume in der Unterrichtsgestaltung."

Erstmalig in der Geschichte der MNU-Kongresse gibt es in Kassel ein besonderes Programm für Schulen der Region: Bei "Math and the City" durchwandern Schülerinnen und Schüler unter Anleitung die Kasseler Innenstadt, gewinnen an realen Objekten Daten und lösen mathematische Aufgaben. Bei "Physik in Hollywood" erleben sie im Cineplex, wie in Hollywoodfilmen mit Filmtricks gearbeitet wird und welche Physik dahinter steckt. Gebucht werden kann auch ein Besuch der Wanderausstellung des Mathematikums aus Gießen im Gießhaus der Universität.

Zum Kongress vom 10. bis 14. April 2014 werden rund 800 Teilnehmer an der Universität Kassel erwartet.


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