Fachtagung zur "Demokratischen Schulentwicklung in Deutschland"

Vorweg muss man feststellen, dass die Elternvertreter aus allen Bundesländern wieder mal am stärksten vertreten waren! Organisiert war die Veranstaltung durch die deutsch Kinder- und Jugendstiftung und dem Schülervertretungs - Bildungswerk.

17.12.2007 Thüringen Pressemeldung Landeselternvertretung Thüringen (LEV)

In der Veranstaltung sollten Vertreter aus allen Bereichen, die mit Schule, Schulentwicklung und Freizeitgestaltung in der Schule zu tun haben, also Lehrer, Schulleitung, Schüler- bzw. Schülervertretungen, Eltern, Schulberatern, Schulämtern o. Serviceagenturen und Freie Träger der Kommunen und Studenten aus den Bereichen Lehramtsstudium, Demokratie und Sozialwesen eine Chance haben mit einander ins Gespräch zu kommen!

Vor Ort waren die Schulleiter leider nur durch zwei Vertreter vertreten, die Schulberater mit 3 Kollegen, die Serviceagenturen für Ganztagsschulen sehr gut in der Anzahl vor Ort, Schulämter und Freie Träger für Schuljugend- und Schuljugendsozialarbeit hielten sich die Waage und eben wir Elternvertreter in geballter Kraft und Macht!

So begann die Veranstaltung mit der Begrüßung und dem ersten Referat zum Thema "Was heißt partizipative Schulentwicklung" durch Frau Angelika Eikel.

Hier stellten wir, die Elternvertreter grundsätzlich fest, das an den meistens Schulen dies schon gelebt wird, bzw. man auf dem Weg ist, dies zu leben!!

Man sprach von den Aufgaben einer Schülervertretung oder eines Schülerrates, der Elternvertretung, Besetzung von Schulkonferenzen, einbringen von Kooperationspartner aus der Kommune und der Wirtschaft, Mitbestimmung der Schüler am Unterricht, Inhalte des Lehrplanes, Projekte, Arbeitsgemeinschaften, Lerngruppen, Mitgestaltung der Schule und des Schulgeländes usw.

Ein Schwerpunkt war dennoch das Zensuren auf unterschiedliche Art und Weise gegeben werden können, so die eigentliche Note und eine zweite die "Entwicklungsnote". Hier gab es sehr viel Gesprächsstoff auch während der Pausen. Die Entwicklungsnote stellt wie der Begriff schon sagt die Entwicklung des einzelnen Schülers da. So kann auch ein schwacher Schüler trotz einer "negativ Note" eine positive erhalten, da er in seiner Entwicklung Vorschritte gemacht hat.

Leider musste man feststellen, das es hier wiederum ein Gefälle zwischen den Ländern, wo Elternmitwirkung im Schulgesetz fest verankert ist und den Bundesländern, wo die Eltern nur durch eigene Initiative versuchen, ohne gesetzliche Grundlagen, was an und in der Schule zu verändern immer noch gibt.

Was wir z.B. in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern als Selbstverständlichkeit in und mit unserer Arbeit als Elternvertreter ansehen, ist leider noch lange nicht die Regel in allen Bundesländern!

Somit tauschte man sie nach dem ersten Referat an einzelnen Tischgruppen mit Zuordnungen von Eltern, Lehrern, Schülervertretungen, Schulleitern, Schulberatern, Agenturen für Ganztagsschulen und Freien Trägern für Schuljugend- und Schuljugendsozialarbeit aus.

Auch hier stellte sich heraus, das die Arbeit der Elternvertreter gemeinsam mit den jeweiligen Schulen eigentlich schon weiter fortgeschritten war, als man bisher gedacht hatte. Das Fazit dieses Austausches war, man hätte sich im Vorfeld dieser Fachtagung erst mal über den Bundeselternrat und den einzelnen Elternvertretungen auf Länderebene zusammen setzen sollen um festzustellen, inwieweit schon begonnen wurde, Demokratie in Schulen aufzubauen bzw, schon beginnen zu leben.

Gemeinsam stellten die Elternvertreter nach dem ersten Tag fest, das ein Großteil der Themen und Forderungen, die sich bei der Tagung heraus hoben, von uns Eltern schon in die Schulen hin eingetragen worden und sogar schon begonnen oder gar in der Umsetzung sind.

Dies hatte zur Folge, das alle anderen Teilnehmer mehr oder weniger begannen, mit uns in einen Erfahrungsaustausch zu treten und viel für ihre weitere Arbeit mit nahmen.

So wurde automatisch auch das zweite Referat an diesem Abend, "Wie gewinne ich Schulen für partizipative Schulentwicklungsprozesse?" von Sonja Student mehr zu einen einseitigen Erfahrungsaustausch durch uns Eltern.

Denn hier sprach man mehr oder weniger von Veranstaltungen in der Schule, die nach dem Unterricht anstehen, wo sich alle Partner der Schule beteiligen sollten und weniger von Schulkonferenzen, Schulprofilgruppen, Planungs- und Steuerungsgruppen an Schulen und Kooperationsverträgen mit erweiterten Partnern (IHK, HWK, Bildungseinrichtungen, kommunalen Trägern, Land- u. Kreistagen bis hin zum Kultusministerium der einzelnen Länder.

Am zweiten Tag der Fachtagung wurde durch Herrn Ralph Leipold, Schulleiter des staatlichen Gymnasiums in Neuhaus am Rennweg das Referat "Qualifizierung für Schulentwicklungsprozesse" gehalten.

Inhalt seines Referates waren, das eine Demokratische Alltagskultur eine Basis benötigt,einzelne Demokratiebausteine sich bewähren und ohne Partnern auf allen Ebenen dies nicht machbar ist! Das ein Feedback gerade zwischen Schülern und Lehrern, aber auch gegenüber dem Schulleiter sehr wichtig ist, Feedback untereinander sein sollte und das Miteinander reden gelernt werden muss. Denn Miteinander reden und nicht Übereinander reden ist Basis einer jeden Demokratie!!

Innovationen und Impulse sollten immer wieder einfließen und Gegenstand von Entwicklung, Feststellung von "Wo stehen wir" und "welchen Weg gehen wir gemeinsam weiter" sein!

Dies alles gelingt aber nur, wenn man beginnt, ein Demokratieverständnis bei allen Beteiligten zu erreichen und dies in der täglichen Arbeit mit einfließen zu lassen.

Jedoch sollte von Zeit zu Zeit auch eine Evaluation von Innen und von Außen statt finden, damit festgestellt werden kann, wo Bedarf an zusätzlicher Arbeit besteht oder aber man sollte mal ganz neue Wege einschlagen. Nur so kann es gemeinsam gelingen, das unsere Kinder und Enkel eine Bildung erfahren, die auf Demokratischen Füssen steht und Demokratische Inhalte vermittelt. Letztendlich muss eine Reform der Bildung stattfinden um auch die Demokratische Schulentwicklung voran zu treiben.

Auszüge aus dem Referat siehe Anhang!

Anschließend wurde in einzelnen Arbeitsgruppen gearbeitet.

Die Workshops im Einzelnen waren:

  1. Schulentwicklungsberater
  2. Fortbildung von LehrerInnen und Schulleitung
  3. Qualifizierung von SchülerInnen
  4. Elternqualifizierung

Hier teilten sich die Elternvertreter auf und gingen in die einzelnen Workshops von Fortbildung der LehrerInnen und Schulleitung, SchülerInnenqualifizierung und Elternqualifizierung.

Somit konnten wir als Elternvertreter in den wichtigsten Gremien unsere Erfahrungen einbringen und auch selber noch Hinweise und Erfahrungen sammeln.

Zum Abschluss der Fachtagung wurde im Plenum die Workshops ausgewertet sowie die gesamte Fachtagung. Hinweise, Erfahrungen und Kritiken wurden aufgenommen. Selbst hier wurde von Seiten der Elternvertreter festgestellt, das man sich mehr von der Veranstaltung erhofft hatte und man im Vorfeld einer weiteren solchen Veranstaltung erstmal zusammen kommen sollte und in der Vorbereitung auch mit einbezogen werden müsste! Hinweise sollten auch aus solchen Gremien an die KMK geschickt werden, damit die Resolutionen des Bundeselternrates mehr Gewicht erhalten.

Dies wurde durch die Sprecherin und Ausschussvorsitzende der Berufsbildenden Schulen im Bundeselternrat, Frau Gerlinde Lau, auch so hervorgehoben und festgestellt.

Durch Herrn Jürgen Bosenius wurde versichert, dass ein Gespräch mit Herrn Dieter Dornbusch ansteht und man um eine Zusammenarbeit sehr bemüht ist.

Jeder Landesverband kann sich aber ungeachtet dessen auch an die jeweiligen Einrichtungen im Land wenden.

Alles in Allen stellte man fest, das diejenigen, die es im besonderen Maße anging, sich einer solchen Veranstaltung zu stellen, nicht für nötig hielten, hieran teilzunehmen!

Trotzdem haben wir Als Eltern in den Pausen und in der freien Zeit genügend Möglichkeiten gefunden, uns mit anderen Teilnehmern von Schulleiter, UNI´s, Serviceagenturen usw. auszutauschen und unsere Erfahrungen weiter zu geben.

Es wurde allgemein von den anderen Teilnehmern festgestellt und auch hervorgehoben, das man mehr auf die Eltern zugehen muss und sie auch nach ihren Erfahrungen fragen sollte um eine Zusammenarbeit zu verbessern.

Zum Schluss wurde auf den Wettbewerb "Zeit her eure Schule aufmerksam gemacht. Für jede Schule sollte es ein muss sein, da mitzumachen egal ob gerade erst angefangen oder bereits schon im Wandel der demokratischen Schulentwicklung.

Resümee von der Veranstaltung zur "Demokratischen Schulentwicklung" in Deutschland.

Henrik Volkert
Gerlinde Lau
Landeselternsprecher der Elternsprecher des Landes M-V
Regelschulen in Thüringen

(Ralf Leipold – Auszüge aus dem Referat)

Zitat

"Motivation, Gefühle und Handlungen von Menschen resultieren in stärkeren Maße daraus, woran sie glauben oder wovon sie überzeugt sind, und weniger daraus, was objektiv der Fall ist."
Albert Bandura

Qualität - was ist das?

  • Die Zufriedenstellung meiner Bedürfnisse
  • Qualität ist optimale Funktionalität
    Klaus Graepig - Autor und Qualitätsexperte am Deutschen Institut für Normung
  • wenn der Kunde gerne
    hier: wenn der Schüler gerne in der Schule ist
  • Üben, Üben, Üben
    es braucht Zeit
  • Neugier, die Freunde an inspirierender Auseinandersetzung und an Verstehen und Erkenntnis
    Miriam Meckel - Prof. Institutsleiterin Uni St. Gallen
  • Wenn man für einen guten Zweck sein Bestes gegeben hat und trotzdem etwas schief geht, sollte man den Fehler würdigen. Was zählt,ist, es mit ganzem Herzen versucht zu haben.
    Bill Drayton - Gründer der inter. Non-Profit-Organisation Ashoka
  • Meine eigene Lust am persönlichen Fortschritt
    Dagmar Woydeköhler
  • Spannende Herausforderungen zu lösen, die neu für mich sind und anschließend mit dem Gefühl belohnt zu werden, es geschafft zu haben. Das Spüren von Gefahr nd Freiheit und das tolle Gefühl danach. Das ist wie Bergsteigen.
    Lutz Kolbe - Prof. St. Gallen
    Ralf Leipold - Schulleiter, Bergsteiger

"Partizipation braucht Führung"

Dies ist kein Widerspruch, Schule braucht einen Schulleiter der Veränderungen führt und leitet.


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