Fast 900 Lehrer mehr für Berliner Schulen
• 450 Stellen für Einstellungen und Aufstockungen • 684 Stellen für Vertretungsreserve • 2450 Stellen für einen langfristigen Einstellungskorridor
27.06.2007 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung"Die Bildungspolitik ist ein eindeutiger Schwerpunkt im Berliner Haushalt, denn wir haben trotz rückläufiger Schülerzahlen einen überproportionalen Aufwuchs erreicht. Entscheidend ist, dass sich der Senat auf einen Einstellungskorridor bis zum Jahr 2011 von mindestens 2 450 Stellen ver-ständigt hat. Berlin nutzt die rückläufigen Schülerzahlen langfristig für pädagogische Verbesserungen an den Schulen. Damit ist klar, dass wir auf lange Sicht die Berliner Schulen stärken. Dieser Einstellungskorridor ist auch eine sichere Planungsgrundlage um künftig frühzeitig mit den Einstellungsverfahren abschließen zu können. So haben wir gute Chancen die besten Bewerber an Berliner Schulen einzustellen," erklärte Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner am Mittwoch in Berlin.
Bildungssenator Zöllner: "Im nächsten Schuljahr werden deutlich mehr Lehrkräfte an den Berliner Schulen unterrichten. Mit dieser Ausstattung sind die Berliner Schulen gut ausgestattet."
1. weniger Schüler
Im kommenden Schuljahr gibt es einen Rückgang der Schülerzahlen um 7 700. Bei konstantem Lehrer/Schüler-Verhältnis sinkt der Lehrkräftebedarf: + 579 Stellen
2. Lehrer in den Ruhestand im Sj. 06/07: - 818 Stellen
3. Einstellungen (insg.): + 450 Stellen
Davon Neueinstellungen, Gastschülerabkommen mit Brandenburg und Funktionsstellen: ca. + 280 Stellen Davon Potenzial für Aufstockungen von Zweidrittelstellen: ca.+ 170 Stellen
4. Vertretungsreserve
Für alle Schulen einschließlich Schulen, die an der Personalkostenbudgetierung teilnehmen: + 684 Stellenäquivalente Verstärkung der Lehrkräfteausstattung: Summe + 895 Stellen
Zu 1. und 2.
Die geringere Schülerzahl führt dazu, dass wir im kommenden Jahr rechnerisch 579 Stellen mehr hätten. Auf der anderen Seite verlieren wir 818 Stellen, weil Lehrerinnen und Lehrer in den Ruhestand gegangen sind.
Bildungssenator Zöllner: "Auf Grundlage der Senatsberatungen, dadurch, dass weniger Lehrkräfte als erwartet, ihre Stellen aufstocken werden, und durch geringere Übernahmen aus Brandenburg haben wir über die bisherigen Einstellungen hinaus ein Kontingent von 118 Stellen, die wir zügig bis zum Schulferienbeginn besetzen wollen. Schwerpunkt sind Grund- und Sonderschulen. Im Zuge dieser Einstellungen könnten weitere Lehrkräfte, die bisher befristet beschäftigt waren, auf Dauerstellen eingestellt werden."
Zu 3.
In diesem Schuljahr werden vorrangig Lehrkräfte
- in den Fächern mit Fachbedarf, d.h. Englisch, Latein, Spanisch, Musik, Kunst, Informatik, Mathematik, Physik, Chemie und Lehrkräfte zur sonderpädagogischen Förderung sowie
- an Grund- und Sonderschulen eingestellt.
Grundsätzlich werden alle Einstellungen auf Dauerstellen schulscharf besetzt, d.h. die Schulen entscheiden, wer zu ihnen kommt.
In den vergangenen Schuljahren sind viele junge Lehrkräfte in den Schuldienst auf Zweitdrittel-stellen eingestellt worden. Zum Schuljahr 2007/2008 erhalten alle Lehrkräfte auf Zweidrittelstellen das Angebot, ihre Stellen auf 100 Prozent aufzustocken. Diese Aufstockung erhöht das Lehrpensum von vielen jungen Lehrerinnen und Lehrern, die wir in den letzten zwei Jahren eingestellt haben.
Zu 4.
Zur Vertretung bei kurzfristigen Erkrankungen (bis zu drei Monaten) wird die Ausstattung der Berliner Schulen im nächsten Schuljahr durch eine zusätzliche Vertretungsreserve ergänzt. Schulen können über die Personalkostenbudgetierung einen Etat in Höhe von drei Prozent ihres anerkannten Unterrichtsbedarfs lt. Organisationsrichtlinien nutzen, um befristete Einstellungen finanzieren, die bis zu drei Monate dauern können.
Ca. 75 Prozent der Schulen nehmen die Personalkostenbudgetierung (PKB) in Anspruch. Die Schulungsveranstaltungen zur PKB in allen Außenstellen mit allen Schulleiter/innen und ihren Stellvertretern/innen sind abgeschlossen. Die PKB eröffnet den Schulleiterinnen und Schulleitern neue Handlungsmöglichkeiten. Es ist jedoch auch weiterhin erforderlich, dass die Schulen ergänzend dazu ein schuleigenes Konzept zur Minimierung von Unterrichtsausfall sowie zur Optimierung des Einsatzes des vorhandenen Personals entwickeln. Schulen, die sich nicht an der PKB beteiligen, bleiben in der zentralen Steuerung, d.h. Aus-fälle werden von der Schulaufsicht so rasch wie möglich ersetzt.
Hinzu kommt:
Langfristig nichtverfügbare Lehrkräfte (Dauerkranke; Lehrerinnen in Mutterschutz, Lehrkräfte in Elternzeit) wurden bisher zur Bruttoausstattung der Schulen gerechnet. Ab kommendem Schuljahr werden diese (derzeit 973 oder ungefähr 4% der) Lehrkräfte nicht mehr bei der Lehr-kräfteausstattung berücksichtigt.
Außerdem beginnen wir damit jede Schule mit Jugendsozialarbeit zu stärken. Zunächst werden die Jugendsozialarbeitsprojekte an Haupt- und Sonderschulen, die aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert werden in die Regelfinanzierung des Landes übernommen. In den kommenden Jahren werden wir Projekte an den Grundschulen aufbauen.
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