"FDP - Forderungen in den Koalitionsgesprächen zeugen von wenig Kompetenz in Bildungsfragen"

Mit Sorge beobachten derzeit die Realschuleltern und Lehrkräfte der Realschulen die Koalitionsgespräche zwischen CSU und FDP. Die Forderungen der FDP nach einer Verlängerung der Grundschulzeit und der Schaffung von "Pseudo"-Realschulbildungsgängen an Hauptschulen richten sich eindeutig gegen das erfolgreiche und in der Öffentlichkeit hoch geachtete Modell der sechsstufigen Realschule.

15.10.2008 Bayern Pressemeldung Verband Reale Bildung

Was will man damit erreichen? Schüler und Eltern der Realschulen wollen mit Sicherheit keine Wiederholung der G8-Diskussion an der Realschule. Die Baustelle G8 ist noch nicht geschlossen und schon wird die nächste Baugrube aufgerissen. Die Finanzierung des Vorhabens steht natürlich in den Sternen - aber das kennen wir schon.

Mit dieser Schulstrukturdebatte und den diskutierten Modellen erzeugt man Unsicherheiten und wird die hohe Qualität des Realschulabschlusses in Bayern nicht halten können.

Unverständlich ist, dass sich eine Partei wie die FDP, die sich der Freiheit der Entscheidung und der Eigenverantwortung des mündigen Bürgers verpflichtet fühlt, vor den Karren ideologiebelasteter Strukturdebatten der späten 60er Jahre spannen lässt.

Freiheit bedeutet Verantwortung, so lautet ein Grundsatz der Liberalen. Die Realschulen in Bayern tragen seit Jahren sehr verantwortungsvoll dazu bei, dass hervorragend ausgebildete Absolventinnen und Absolventen die Realschulen in Bayern verlassen. Mit einer Verkürzung und/oder qualitativen Aufweichung des Realschulbildungsganges wird der hohe Qualitätsstandard nicht zu halten sein.

Wir fordern die Bildungsexperten der FDP auf, verantwortungsvoll zu handeln und eine bundesweit hoch angesehene Schulart nicht auf dem Altar der politischen Profilierungswut zu opfern.

"Sicherlich wäre es hilfreich, wenn die Verantwortlichen endlich den direkten Kontakt zu den Fachleuten an den Schulen vor Ort suchen würden, statt sich auf selbsternannte Bildungsexperten zu stützen!", kommentiert Anton Huber, der Vorsitzende des Realschullehrerverbandes, die bisher bekannten und sehr fragwürdigen Ergebnisse aus den Gesprächen.

Ansprechpartner

Verband Reale Bildung

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