FDP verliert an selbst postulierter Glaubwürdigkeit
"Es ist sehr erstaunlich, wie leichtsinnig die FDP mit ihren vor kurzem postulieren Werten der Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit umgeht. Diese werden vollkommen unterwandert, wenn es darum geht, die bayerischen Bürger bezüglich der Kooperationsmodelle zwischen Hauptschule und Realschule mit Falschinformationen zu versorgen!", kritisiert Anton Huber, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands (brlv), die kürzlich getätigten Aussagen der FDP.
28.04.2009 Pressemeldung Verband Reale BildungDie FDP behauptet, dass Hauptschule und Realschule bisher mit nur geringer Durchlässigkeit nebeneinander standen und dass ein Wechsel an die Realschule nur schwer möglich sei. "Diese Behauptungen sind schlichtweg falsch! In einem nie erwarteten Ausmaß sind in den letzten Jahrzehnten Hauptschüler in die Realschule aufgenommen worden, soweit sie deren Anforderungen entsprachen. Auch die Übertrittsbedingungen sind stetig verbessert und erweitert worden. Es gilt festzustellen, dass die bayerische Schulpolitik ein Schulwesen geschaffen hat, das nachweislich beste Schulleistungen in Deutschland und Europa hervorbringt, die die geringste Jugend-Arbeitslosigkeitsquote und das beste Lehrstellenangebot in Deutschland und Europa sichert und einen erheblichen Anteil daran hat, dass Deutschland Weltmeister im Export ist. Dass Bayerns bildungspolitischer Weg richtig ist, findet von oberster zuständiger Stelle Bestätigung:
Letzteres hat kein Geringerer als der Direktor des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), Professor Dr. Olaf Köller im Bildungsbericht 2008 getan und ein verheerendes Resümee über die Gesamtschule gezogen.
Diese wissenschaftlich belegte Erkenntnis will die FDP mit ihrer Forderung nach Zweigliedrigkeit des bayerischen Schulwesens immer noch nicht wahrhaben.", so Huber weiter.
Besonders empört ist der brlv über die Unterwanderung des Koalitionsvertrages durch die FDP. Der Vertrag sagt ganz klar aus, dass Hauptschule und Realschule eigenständige Schularten bleiben und somit kein neuer Schultyp in Form einer "Kooperationsschule" entstehen wird. "Es kann nicht sein, dass die FDP der bayerischen Bevölkerung solche Fehlinformationen zukommen lässt. Ich fordere Frau Will, Bildungspolitische Sprecherin der FDP, hiermit öffentlich auf, diese Aussagen im Landtag richtig zu stellen, damit die Begrifflichkeiten Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit wieder Gewicht bekommen.", schließt der Vorsitzende Huber.
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