Festival "Schultheater der Länder" dieses Jahr in Hessen – Schirmherr ist Staatsminister Jürgen Banzer

"Es ist mir als Schirmherr eine besondere Ehre, Sie beim Festival "Schultheater der Länder" hier in Hessen begrüßen zu dürfen. Mit der Stadt Kassel haben Sie einen Veranstaltungsort, der mit Kunst und Kultur traditionell aufs Engste verbunden ist und von dem immer wieder Impulse und Inspiration für beides ausgehen. Insofern wünsche ich Ihnen Freude an den Aufführungen und am gegenseitigen Austausch, neue Anregungen für Ihre Arbeit und insgesamt ein gutes Gelingen für das Festival", erklärte Jürgen Banzer bei der Eröffnung des Festivals in Kassel.

15.09.2008 Hessen Pressemeldung GEW Hessen

Ab Sonntag werden Schultheatergruppen aus ganz Deutschland herausragende Produktionen präsentieren. In begleitenden Fachforen und Werkstätten haben die Akteure, ihre Spielleitungen und ein interessiertes Fachpublikum die Möglichkeit zu Erfahrungsaustausch, Diskussionen und Fortbildung. Das auf Beschluss der KMK eingerichtete Festival ist jährlich in einem anderen Bundesland zu Gast. Organisator ist diesmal der Landesverband für Schultheater in Hessen e.V.

Theater in der Schule habe in den letzten 10 Jahren in allen Bundesländern erheblich an Bedeutung gewonnen. Nicht zuletzt dank des großen Interesses der Schülerinnen und Schüler habe sich das "Darstellende Spiel" nicht nur in Arbeitsgemeinschaften und im Wahlpflichtunterricht etabliert, sondern sich in der Oberstufe sogar zu einem eigenen Fach mit der Möglichkeit zur Abiturprüfung entwickelt. In Hessen könnten, einer 2007 erschienenen Studie der ASSITEJ (Internationale Vereinigung des Kinder- und Jugendtheaters) zufolge, inzwischen 87 Prozent der Schulen auf Theateraktivitäten verweisen. Diese positive Tendenz sei auch eine Antwort auf die Diskussion eines zeitgemäßen Bildungsbegriffs nach PISA, in der die Bedeutung des künstlerisch-ästhetischen Bereichs ausdrücklich betont werde. "Theater in der Schule ist demnach Spiel, aber keine Spielerei. Das Vorführen eines Theaterstücks verlangt von der Vorbereitung bis hin zur endgültigen Darbietung vor einem Publikum, sich in die Situation anderer hineinzuversetzen, die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, Erwartungen von Zuschauern und Wirkung von Dargebotenem vorab zu erschließen. Kreativität, Innovation, Teamfähigkeit, Disziplin, Spontaneität und Konzentration sind konstitutive Bestandteile von "Theater machen", erläuterte Staatsminister Jürgen Banzer.

Ein wichtiger Gesichtspunkt sei, dass Theater in der Schule Erlebnis und Erkenntnis vereine und neben dem in der Schule vorherrschenden, kognitiven Zugang einen umfassenderen, auch affektiven Zugang ermögliche. Insofern leisteten die Schulen und Lehrkräfte, die ihren Schülerinnen und Schülern in diesem Bereich ein Angebot machten, einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen Bildung und Entwicklung.

"Wir hier in Hessen haben wichtige Impulse für die Entwicklung eines solchen schulischen Angebots gegeben, dies nicht nur auf Ebene der Theaterpraxis, sondern auch durch die langjährige und systematische Ausbildung von Theaterlehrern nach einem bundesweit einzigartigen Modell, erklärte Banzer. Auf hessische Initiative hin sei es auch gelungen, in der KMK einheitliche Prüfungsanforderungen für die Abiturprüfung zu verabschieden. Eine Perspektive für die Zukunft liege darin, die Zusammenarbeit von Schulen mit professionellen Theatern weiter zu verstärken. "Angesichts all dieser Entwicklungen bin ich sehr optimistisch, dass das Darstellende Spiel im Schulleben neben Kunst und Musik einen gleich hohen Rang behauptet", sagte Staatsminister Banzer abschließend.

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