Festlegung des Unterrichtsbeginns – Schulfreiheit an der langen Leine!
Der nordrhein-westfälische Philologen-Verband hält die bisherige Bandbreite zwischen 7.30 Uhr und 8.30 Uhr zum Unterrichtsbeginn in Nordrhein-Westfalen für eine vernünftige, bewährte und praktikable Regelung.
26.03.2009 Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)Aufgrund eines Einzelfalls in Berlin diskutiert nun auch das nordrhein-westfälische Schulministerium mögliche Einzelfälle und kann sich eine Abweichung von der bisherigen Regelung mit der Begründung der ´Eigenverantwortlichkeit von Schulen´ vorstellen. Gleichzeitig verlangt das Ministerium nicht nur eine Abstimmung von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern sowie Eltern und eine Zustimmung des entsprechenden Schulträgers, sondern auch ein ´überzeugendes Konzept´ für die Abweichung vom Normalfall. Dieses Konzept wiederum muss in dem neu geschaffenen Gremium der ´Schulentwicklungskonferenz´ vorgestellt werden. Dort stimmen dann Ministeriumsvertreter, Schulleiter, Vertreter der Schulaufsicht und der Schulträger darüber ab. Spricht sich die Schulentwicklungskonferenz positiv gegenüber dem Antrag aus, haben dann alle Schulen mit gleichem Konzept und gleicher Ausgangssituation entsprechend auch die Genehmigung, von der bisherigen Regelung abzuweichen. Soviel zum Thema ´Eigenverantwortlichkeit von Schule´ und zum Thema ´Verwaltungsvereinfachung´.
"Die Frage des Unterrichtsbeginns ist gewiss nicht den 10 Geboten vergleichbar in Stein gemeißelt. Aber es gibt in unserem Land aktuell wichtigere und die Schulen stärker bewegende schulpolitische Themen.
Ohne Grund sollte man daher die Diskussion nicht vorantreiben, denn unbestritten zieht eine Veränderung bisheriger Vorgaben weitere Probleme nach sich: Der Schultag wird für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrerinnen und Lehrer noch länger, Schulträger müssen Arbeits-verhältnisse beispielsweise mit Hausmeistern und Sekretariatsbeschäftigten neu regeln, die Berufstätigkeit der Eltern darf ebenso wenig wie die Abstimmung mit anderen Schulen vor Ort ausgeblendet werden", so Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes.
Gelegentlich sollte die "Freiheit" der Schulen nicht überstrapaziert werden. Vor allem dann nicht, wenn sie sich letztlich als eine sehr eingeschränkte und eingeschnürte herausstellt.
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