Fünf Jahre nach dem PISA-Schock: Neues Schulgesetz nicht auf der Höhe der Zeit

Einen Tag vor der Anhörung im Landtag zum neuen Schulgesetz ging die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hart mit dem Gesetzentwurf ins Gericht. "Fünf Jahre nach dem PISA-Schock bleibt Bildungspolitik in Schleswig-Holstein Stückwerk. Neuesten pädagogischen Erkenntnissen und internationalen Maßstäben wird der Gesetzentwurf jedenfalls nicht gerecht. Statt der Regionalschule brauchen wir eine Schule für alle, in der die Kinder bis zum 10. Schuljahr gemeinsam lernen ", sagte der GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn am Mittwoch, den 6. Dezember 2006, in Kiel. Voraussetzungen für Verbesserungen an den Schulen seien außerdem höhere Investitionen in alle Bildungsbereiche.

06.12.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

Die Einführung der Regionalschule zementiere die Sonderstellung der Gymnasien, so der GEW-Landesvorsitzende. Daher bestehe die Gefahr, dass die Regionalschule zur "Restschule von morgen" werde.

Kritisch beäugt die GEW auch die geplante Überführung der Gesamtschulen in Gemeinschaftsschulen. "Das darf nicht zu einer Verminderung der Ausstattung bei Personal und Sachmitteln sowie zum Verlust an pädagogischer Qualität führen", mahnte Matthias Heidn. Darüber hinaus gelte für alle Schularten, dass Veränderungen in den Schulen nicht auf dem Rücken der Lehrkräfte ausgetragen werden dürften.

Als "ausgesprochen unsozial" bezeichnete der GEW-Landesvorsitzende die Absicht der Landesregierung, die Eltern in Zukunft an den Schülerbeförderungskosten zu beteiligen. "Noch in der letzten Landtagssitzung am vergangenen Donnerstag kündigte die schwarz-rote Landesregierung an, Schleswig-Holstein zum familienfreundlichsten Bundesland machen zu wollen. Als erste Maßnahme auf diesem Weg werden nun die Familien heftig abkassiert, wenn ihre Kinder mit dem Schulbus zur Schule fahren müssen."

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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