Fünf Tage Arbeit – fünf Tage Schule

"Von der fünf Tage-Woche an Schulen abweichen zu wollen, ist ein hausgemachtes Problem der Landesregierung", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Bei der Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur hätte darüber nachgedacht werden müssen, wie man bei einer Erweiterung der Stundentafel einen gut organisierten Ganztag einführt."

07.08.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur hat dazu geführt, dass die Stundentafeln an allen weiterführenden Schulformen erhöht worden ist. Dass den Schülern in NRW mehr Unterricht zugute kommt, begrüßt der VBE ausdrücklich.

"Allerdings muss dies dann auch in Strukturen gegossen werden, die sowohl familienpolitisch als auch pädagogisch vertretbar sind", so Beckmann weiter. "Hier bietet sich die Einrichtung von gut organisierten Ganztagsschulen an, die in anderen europäischen Ländern längst eine Selbstverständlichkeit sind."

Die fünf Tage-Woche ist von den Gewerkschaften auch aus familienpolitischen Gründen erkämpft worden, um berufstätigen Eltern gemeinsame Aktivitäten mit ihren Kindern zu ermöglichen. In diesen familiären Rhythmus greift der Samstagsunterricht ein. Besuchen mehrere Kinder aus einer Familie unterschiedliche Schulen, kann es passieren, dass auch bei vierzehntägigem Samstagsunterricht jedes Wochenende davon betroffen ist.

"Ganztagsschulen sind aus familienpolitischer Sicht die richtige Lösung, weil berufstätige Eltern sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder zu festen Zeiten betreut sind", so Beckmann abschließend. "Sie sind auch aus pädagogischer Sicht die beste Lösung, weil sie einen Wechsel zwischen Lern- und Erholungsphasen über den Tag verteilt anbieten. Wer Ganztagsschulen einrichtet, kann auf eine sechs Tage- Woche verzichten und hält damit Eltern und Kindern das Wochenende für gemeinsame Aktivitäten frei."


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