G8 in Bayern: mehr Naturwissenschaften

(bikl) In Bayern wird für Schüler der Oberstufe des achtjährigen Gymnasiums (G8) eine zweite Naturwissenschaft oder eine zweite weitergeführte Fremdsprache Pflicht. Ab Herbst 2009 müssen sie das zusätzliche Fach ein Jahr lang belegen. Dieser Beschluss des bayerischen Kabinetts wird unterschiedlich bewertet.

08.03.2007 Bayern Artikel
  • © bikl.de

Während der Deutsche Philologenverband betont, dass er diese Regelung gefordert habe, kritisiert die Landes-Eltern-Vereinigung für Gymnasien in Bayern (LEV), dass Fächer wie Kunst, Musik und Sozialkunde auf der Strecke blieben.

Von der Technischen Universität München (TUM) hingegen wird die Belegpflicht für eine zweite Naturwissenschaft in der Oberstufe des neuen achtjährigen Gymnasiums befürwortet.

"Ein Land, das seine Wettbewerbsfähigkeit ganz wesentlich den technischen Innovationen verdankt, muss dem Nachwuchs eine solide naturwissenschaftliche Ausbildung mit auf den Weg geben", sagte TU-Präsident Prof. Herrmann zum Nachbesserungsentwurf von Kultusminister Schneider. "Das betrifft auch Schülerinnen und Schüler, die sich nicht einem naturwissenschaftlich-technischen Studium zuwenden, denn auch sie brauchen das Grundverständnis für eine Welt der Technik, in der wir nun einmal leben."

Mit einem "Abitur Light" sei niemandem gedient. "Wir wollen, dass die bayerischen Abiturienten bei der Bewerbung um einen Studienplatz an der TUM weiterhin so überdurchschnittlich gut abschneiden wie bisher", sagte Herrmann. Die TUM führt mittlerweile in ca. 50 Studiengängen zweistufige Auswahlverfahren durch, um die Begabungen und Neigungen der Studenten optimal auf Profil und Niveau des gewählten Studienangebots abzubilden.

Seit Einführung des G8 in Bayern im Schuljahr 2004/2005 reißen die Proteste vor allem von Eltern nicht ab. Die Verkürzung um ein Schuljahr bedeutet mehr Wochenstunden und Unterricht am Nachmittag. Bereits in der sechsten Klasse lernen die Schüler eine zweite Fremdsprache. Die Arbeitsbelastung und der Leistungsdruck stiegen ins Unermessliche, so die Kritiker des achtjährigen Gymnasiums. Ein Volksbegehren gegen das G8 war im Juni 2005 jedoch gescheitert.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden