Gemeinsame Initiative von Kultusministern zur Halbierung der Schüler ohne Schulabschluss – Devise: Fördern und Fordern
Mit einer gemeinsamen Initiative wollen die CDU- und CSU-Kultusminister die Quote der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss bis zum Ende des Schuljahres 2011/ 12 halbieren. "Ohne Schulabschluss sinken die Chancen auf einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz. Wir verstehen es deshalb als Gebot der Gerechtigkeit, allen jungen Menschen zu einem sicheren Fundament für berufliche Chancen zu verhelfen. Aber auch aus volkswirtschaftlicher Sicht können wir uns ein unzureichendes Qualifikationsniveau junger Menschen nicht leisten", begründete Hessens Kultusministerin Karin Wolff als Koordinatorin der CDU/CSU- Kultusminister den Vorstoß, der in einer Arbeitsgruppe der Kultusministerkonferenz weiter vorangebracht werden soll.
08.06.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen"Fördern und Fordern" ist dabei die Devise, um das ehrgeizige Ziel der Halbierung zu erreichen. Mit einem Bündel von Maßnahmen sind die Kultusminister in ihren Ländern dabei, zu einer erkennbaren Leistungssteigerung zu gelangen. Bewusst wird dabei auf bewährte Elemente unionsgeprägter Bildungspolitik gebaut: Orientierung auf solide Grundbildung, klare Leistungsanforderungen und zentrale Prüfungen sowie das eindeutige Bekenntnis zum Erziehungsauftrag der Schule. Verbindlichkeit und Offenlegung der Leistungserwartungen geben – so die Kultusministerin - gerade den von Schulabbruch bedrohten Schülerinnen und Schülern die erforderliche Orientierung. "Wo die Union regiert, werden Schüler konsequenter auf die Lebens- und Arbeitswelt vorbereitet, als dort, wo nach unten nivelliert wird und Schule ein besonderer Schonraum ist." Besondere Akzente setzen die unionsregierten Länder darüber hinaus im Bereich systematischer Sprachförderung von Migranten und stärkerer Praxisorientierung: Sprachkompetenz ist der Schüssel zur Bildung. Deshalb sorgen Vorlaufkurse bereits vor Eintritt in die Grundschule, aber auch die besondere Förderung für Seiteneinsteiger sowie übergrei¬fende Konzepte der Sprach- und Leseförderung dafür, dass Schülerinnen und Schüler "vom ersten Tag an in der Schule mitreden können", so Kultusministerin Karin Wolff.
Konsequent fortsetzen werden die Unionsminister zudem die stärkere Praxis- und Berufsorientierung, wie sie sich in den meisten Unionsländern bereits bewährt hat. Das Lernen in Praxisklassen, konfrontiert mit Bedingungen des realen Arbeitslebens, gibt Schülerinnen und Schülern, die sich eher für das praktische Tun interessieren, neue Motivation und eine klare Perspektive, wofür es sich zu lernen lohnt. Schülerinnen und Schüler mit großen Leistungsproblemen können zu einem Abschluss geführt werden, wenn man ihnen einen anderen Zugang zum Lernen ermöglicht. Weitere Öffnung von Schule und enge Kooperation von Schule und Wirtschaft sind hierfür unabdingbar.
Mit Blick auf den Erziehungsauftrag der Schule gilt es zudem, über die fachlichen Leistungen hinaus die persönliche Entwicklung der Jugendlichen zu unterstützen. Schülerinnen und Schüler vertragen keine Erziehungsunsicherheit, sondern brauchen Vorbilder und klare Leitlinien: "Nicht laissez-faire", betonte die Ministerin, "sondern klare Regeln und Absprachen, die auch kontrolliert werden, verbunden mit einem hohen Praxisbezug beim Lernen, sind dabei eine Hilfe für junge Leute, erwachsen und stark zu werden".
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