Baden-Württemberg

Gemeinsamer Vorleseabend von Kultusministerin Marion Schick und Generalkonsul M. Türker Ari in der Stadtteilbücherei Bad Cannstatt

"Lesen ist eine unverzichtbare Schlüsselqualifikation in der modernen Wissensgesellschaft. Lesen zu können wird heute vielfach als selbstverständlich angesehen und ist Voraussetzung für ein erfolgreiches Berufsleben. Wir müssen alles dafür tun, Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund so früh wie möglich an das Lesen heranzuführen und damit ein gutes Fundament für eine erfolgreiche Bildungsbiografie zu schaffen." Das erklärten Kultusministerin Marion Schick und der türkische Generalkonsul in Stuttgart, M. Türker Ari, am Dienstag (14. Dezember 2010) in Stuttgart im Vorfeld ihres gemeinsamen Vorleseabends in der Stadtteilbücherei in Bad Cannstatt.

14.12.2010 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Dort besuchen Schick und Ari am Abend die deutsch-türkische Lese- und Erzählstunde, wo sie interessierten Kindern und deren Eltern die Geschichte "Lauras Stern" von Klaus Baumgart und das Märchen "Die Sterntaler" der Gebrüder Grimm auf deutsch und auf türkisch vorlesen werden. "Wir wollen mit unserer gemeinsamen Aktion das Interesse wecken und dafür werben, dass in den Familien zuhause mehr vorgelesen und erzählt wird", so Schick und Ari.

Nach den aktuellen PISA-Ergebnissen haben Jugendliche in Deutschland im internationalen Vergleich noch Nachholbedarf bei der Lesekompetenz. Eine aktuelle Bertelsmann-Studie kommt zudem zu dem Schluss, dass in Familien mit ausländischen Wurzeln das Vorlesen weniger verbreitet ist als in deutschen Familien. Dabei beginne Leseförderung nicht erst in der Schule. Die Entwicklung von Leselust und Lesemotivation der Kinder hänge zum großen Teil auch davon ab, wie die Eltern mit dem Thema "Lesen" umgehen, erläuterte Schick. "Eltern haben hier eine große Vorbildfunktion."

Ministerin Marion Schick und die türkischen Generalkonsule in Stuttgart und Karlsruhe hatten vor wenigen Wochen eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, in der sich beide Seiten verpflichten, in Zukunft intensiv zusammenzuarbeiten und gemeinsame Maßnahmen zur besseren Förderung und Integration von Kindern und Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund auf den Weg zu bringen. Dazu wurden verschiedene Maßnahmen beschlossen, u. a. der gemeinsame Vorleseabend, der den Auftakt bildet. Bereits am kommenden Montag (17. Dezember) wird sich eine gemeinsame Arbeitsgruppe konstituieren, die konkrete Projekte zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus auf den Weg bringen soll. An der Sitzung werden neben der Kultusministerin auch die türkischen Generalkonsule Ari und Karahan (Karlsruhe) teilnehmen. "Eltern spielen als Begleiter der Bildungswege ihrer Kinder eine entscheidende Rolle. Ziel muss es deshalb sein, Eltern intensiv am Schulleben zu beteiligen", betonten die Ministerin und der Generalkonsul. Zur Schaffung eines verlässlichen Ansprechpartnersystems in den Schulen sollen unter anderem Eltern-Lehrer-Tandems als "soziokulturelle Mittler" ausgebildet werden. Voraussichtlicher Umsetzungsbeginn ist im Frühjahr 2011. Begonnen wird zunächst in acht Pilotregionen (zwei Schulamtsbezirke pro Regierungsbezirk).


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