Gesamtschulen weiterhin im Aufwind

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert die Landesregierung auf, dem Bedarf nach mehr Gesamtschulen in NRW nachzukommen und das faktische Gründungsverbot für neue Gesamtschulen aufzuheben. Die Initiative von Städten und Gemeinden, die neue Gesamtschulen errichten wollen, muss gefördert werden und darf nicht durch ein Diktat "kein Ganztag" - wie jetzt in Siegburg geschehen - behindert werden. Das Schulministerium weiß, dass zum Konzept der Gesamtschule der Ganztag gehört. Durch dieses strikte Verbot will sie verhindern, dass dem Elternwillen entsprochen wird.

08.02.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen

Die weitere Vorgabe von Staatssekretär Winands, dass es bereits bei den Anmeldungen jeweils ein Drittel Kinder geben muss mit einer entsprechenden Schulformempfehlung für das gegliederte Schulsystem, findet sich nicht im Schulgesetz. Nicht zuletzt die Ergebnisse der IGLU- und PISA-Studien haben gezeigt, wie fehlerhaft die Zuordnung der Kinder zu den verschiedenen Schulformen im 4. Grundschuljahr ist. Vor allen Dingen wird eine mögliche Entwicklung der Kinder durch entsprechende Förderung ignoriert. "Viele der Schülerinnen und Schüler, die in diesem Jahr an einer Gesamtschule das Zentralabitur bestehen werden, sind mit einer Haupt- oder Realschulempfehlung in Klasse 5 eingeschult worden", sagte Dorothea Schäfer, stellvertretende Landesvorsitzende der GEW NRW.

Schäfer wörtlich: "Die aktuellen Anmeldezahlen zeigen wie bereits in den Vorjahren, dass die Eltern mit den Füßen abstimmen. Allein in Wuppertal mussten fast 500 Kinder abgewiesen werden, da es zu wenig Plätze an den fünf bestehenden Gesamtschulen gibt."

Ähnlich sieht es in vielen anderen Kommunen aus. Eltern wissen offensichtlich besser, dass mit der Entscheidung für die Gesamtschule die schulische Entwicklung gefördert und der optimale Schulabschluss ermöglicht wird, ohne dass ein Schulformwechsel erforderlich ist.

"Wenn Herr Rüttgers beim Politischen Aschermittwoch die Hauptschule schön redet, hat er offensichtlich noch nicht mit den Eltern gesprochen. Vor allem nicht mit denen, die eine Ablehnung für die Aufnahme ihres Kindes an einer Gesamtschule bekommen haben. Wir fordern die Landesregierung auf, die Vogel-Strauß-Politik zu beenden und zur Kenntnis zu nehmen, dass das längere gemeinsame Lernen offensichtlich von vielen Eltern gewollt wird."


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden