Rheinland-Pfalz

GEW erkennt Verbesserungen in der Unterrichtsversorgung, doch ist man von einer Vollversorgung der Schulen weit entfernt

"Für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ist es nicht nachvollziehbar, weshalb die Landesregierung für den Schulbereich nach wie vor zu wenige Planstellen zur Verfügung stellt und dies Jahr für Jahr zu Unterrichtsausfall führt", kommentierte der GEW-Landesvorsitzende, Klaus-Peter Hammer die Zahlen zur Unterrichtssituation des Bildungsministeriums. "Wir bemängeln, dass die Landesregierung an den meisten Schularten einen strukturellen Unterrichtsausfall in Kauf nimmt. Hier auf die wundersamen Veränderungen durch die prognostizierten zurückgehenden Schülerzahlen zu setzen, hat sich in der Vergangenheit schon wiederholt als Fehleinschätzung erwiesen."

14.11.2012 Pressemeldung GEW Rheinland-Pfalz

Die von der Landesregierung genannten Zahlen decken sich laut Hammer mit eigenen Erhebungen der GEW. Auch für dieses Schuljahr seien die Ergebnisse aber eher ernüchternd. "Der bestehende Unterrichtsausfall an den Realschulen plus, den Gesamtschulen und Gymnasien ist nicht geeignet, den Schulalltag rosarot zu sehen". Dies gilt umso mehr für die Förderschulen und die berufsbildenden Schulen mit ihren schon als chronisch zu bezeichnenden Ausfallzahlen", sagte Hammer. Der GEW-Landesvorsitzende wies insbesondere auf fehlende Förderschullehrerinnen und -lehrer und pädagogische Fachkräfte für die inklusive Beschulung an den Schwerpunktschulen sowie für den Regelunterricht an den Förderschulen hin, auf fehlende Fachkräfte an den berufsbildenden Schulen und auf einen zu hohen Anteil von Vertretungslehrkräften an allen Schularten. Nach wie vor gelingt es nicht, den Bedarf an Feuerwehrlehrkräften an Grundschulen zu decken.

Die aufgrund des sog. "Klemm-Gutachtens" seitens der Landesregierung eingeplante Streichung von Planstellen bezeichnet der GEW-Landesvorsitzende angesichts der "vielen offenen Baustellen in den Schulen" als eine "bedenkliche Fehlentscheidung". Der Ausbau des Lehrkräftepools, um längerfristigen Unterrichtsausfall entgegen zu wirken, ist zwar eine richtige Entscheidung, doch darf nicht darüber hinweg gesehen werden, dass es dennoch zu wenige Planstellen im System Schule gibt. Es bedarf weiterer Anstrengungen seitens der Landesregierung, um die Unterrichtsversorgung an allen Schularten zu verbessern, in dem strukturelle und personelle Voraussetzungen geschaffen werden, die für notwendige Reformen wie die gemeinsame Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Beeinträchtigungen oder die individuelle Förderung in allen Schularten, aber auch für einen weitgehend von Ausfällen verschont bleibenden Unterricht erforderlich seien.

"Wir können die Landesregierung nur wiederholt auffordern", so Hammer abschließend, "die so genannte demografische Rendite für die Verbesserung der Unterrichtsversorgung den Schulen zu 100 % zur Verfügung zu stellen."

Ansprechpartner

GEW Rheinland-Pfalz

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