GEW für mehr Schwimmunterricht an den Schulen

Die Sonne scheint. Die Strände füllen sich. Die Badesaison beginnt. Doch immer weniger Kinder trauen sich ins Wasser. Sie können nämlich nicht schwimmen. Wenn es nach der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) geht, sollen Schleswig-Holsteins Kinder deshalb in Zukunft mehr Schwimmunterricht in den Schulen erhalten.

04.06.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

"Schleswig-Holstein als Land zwischen den Meeren darf nicht zum Land der Nichtschwimmer werden. Spätestens bis nach der 6. Klasse sollte jedes Kind in der Schule schwimmen lernen", sprach sich Matthias Heidn, GEW-Landesvorsitzender, am Mittwoch, 4. Juni 2008 in Kiel für mehr Schwimmunterricht aus. Er verwies auf Expertenschätzungen, nach denen nur noch 17 Prozent der Kinder das Schwimmen in der Schule lernten. "Obwohl in der 5. und 6. Klasse Schwimmen auf dem Lehrplan steht, erhalten zu wenig Kinder Schwimmunterricht. Das liegt nicht nur daran, dass sich manchmal kein Schwimmbad in direkter Nähe befindet, sondern auch an manchen Städten und Gemeinden, die sich weigern, Buskosten und Eintrittspreise zu übernehmen", so Heidn.

Mit Schwimmunterricht kann laut Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft(DLRG) die Zahl der Schwimmunfälle verringert werden. Die Bildungsgewerkschaft appelliert daher an Landesregierung und Kommunen, mehr Geld für den Schwimmunterricht zur Verfügung zu stellen. "Alle Schulen müssen möglichst Zugang zu Schwimmbädern bekommen. Auch eine stärkere Kooperation der Schulen mit Schwimmvereinen wäre denkbar. Dort, wo der Weg zum Schwimmbad zu weit ist, soll der Schwimmunterricht mehrstündig stattfinden", sagte Heidn.

Nach einer DLRG-Untersuchung können in Deutschland nur rund zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen (bis 18 Jahre) schwimmen. In der Grundschule ist Schwimmunterricht in Schleswig-Holstein offiziell nicht vorgesehen, findet jedoch an einer ganzen Reihe von Schulen statt. Ähnlich wie beim Bildungserfolg hängt in Deutschland übrigens auch die Schwimmfähigkeit von der sozialen Herkunft der Eltern ab. Während sich 87 Prozent der Abiturienten als durchschnittliche bis gute Schwimmer bezeichnen, können nur 50 bis 70 Prozent der Jugendlichen mit Hauptschulabschluss schwimmen.

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden