GEW Hessen weist Diffamierung der Lehrkräfte durch die FDP zurück
Als "völlig weltfremd" und "als Versuch, die Verantwortung für das weiterhin schlechte Abschneiden Deutschlands bei der aktuellen PISA Studie auf die Lehrkräfte abzuschieben", bezeichnete der GEW Vorsitzende, Jochen Nagel, die heutigen Aussagen der bildungspolitischen Sprecherin der FDP, Dorothea Henzler.
03.12.2007 Hessen Pressemeldung GEW Hessen"'Resigniert, verzweifelt und überfordert' sind Lehrkräfte in Anbetracht der konkreten Arbeitsbedingungen in den Schulen. Klassengrößen, die praktische keine Möglichkeit mehr lassen auf Einzelne einzugehen, Pflichtstunden für Lehrkräfte in einer Höhe, die es nicht einmal vor 50 Jahren in den hessischen Schulen gab, und die vielfach völlig unzureichende Ausstattung bei Lehr- und Lernmitteln und oft auch unzureichende Raumausstattungen prägen die Alltagsrealität. Da kann man es nur noch als zynisch bezeichnen, wie Frau Henzler die Lehrkräfte pauschal diffamiert", so Jochen Nagel weiter. Das PISA Dauersiegerland Finnland gibt etwa 50% mehr für gute Bildung aus als wir.
In Anbetracht dieser Rahmenbedingungen kommen in den nächsten Jahren auf 100 aus dem Dienst scheidende Lehrkräfte lediglich 70 Interessierte, die diesen Beruf ergreifen möchten. "Wie Frau Henzler davon noch einige aussortieren und gleichzeitig den Bedarf an professionellen Kräften decken will, wird ihr Geheimnis bleiben. Natürlich sollten möglichst nur die dafür Qualifiziertesten den so wichtigen Beruf der Lehrerin bzw. des Lehrers ergreifen. Um dies zu erreichen, muss man aber zuallererst die notwendigen Rahmenbedingungen für gute pädagogische Arbeit sicherstellen und die Lehrkräfte schon in der Ausbildung angemessen bezahlen. Die Abschaffung von Studiengebühren, eine bessere Ausstattung der Hochschulen und eine einheitliche Bezahlung aller Lehrämter sind ebenfalls Bestandteile verbesserter Rahmenbedingungen. Dann sind mit Sicherheit auch mehr junge Leute bereit, diesen Beruf zu ergreifen, weil sie dann damit rechnen können, ihre Zielvorstellungen nach besserer Bildung in ihrer Arbeit auch verwirklichen zu können", so Jochen Nagel abschließend.
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