GEW kritisiert Erlassentwurf zur "eigenverantwortlichen" Schule in NRW

Deutliche Kritik übt die GEW an dem Erlassentwurf des Schulministeriums zur "eigenverantwortlichen" Schule in NRW. Die Gewerkschaft beklagt, dass durch mangelnde Ressourcen und geringe Gestaltungsräume der Schulen das von Schulministerin Sommer vorgestellte Reformwerk weit hinter den erfolgreichen Modellversuch "Selbstständige Schule" zurückfällt.

18.06.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen

"Die pädagogische Freiheit wird eher zu einem Freigehege degradiert", führte Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender der GEW NRW aus, "die Landesregierung hat offenkundig Angst vor Kontrollverlust." So dürften die Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens und die Zeugnisse nicht eigenverantwortlich verändert werden. Auch in Fragen der Schulmitwirkung hätten die Schulen keinerlei Gestaltungsrechte mehr, wie es in dem erfolgreichen Modellversuch "Selbstständige Schule" noch möglich war.

Wenn die Qualität des Unterrichts verbessert werden soll, benötigten die Schulen ein erstklassiges Fortbildungspaket für Schulleitungen, schulische Steuergruppen und Kollegien, wie es im Modellversuch gewährleistet war. Die Arbeitszeit für Schulentwicklung stehe gar nicht zur Verfügung, die Eigenverantwortlichkeit werde für Schulleitungen wie Lehrkräfte zum Freizeitvergnügen. "Im Modellversuch stand immerhin eine halbe Lehrerstelle für diese Zwecke bereit", kritisierte Meyer-Lauber.

Außerdem kritisiert die GEW das Verfahren, in dem Schulen in Zukunft ihre Projekte genehmigen lassen müssen. "Genehmigte Freiheit ist schon ein Paradoxon, konsequenter Weise sind in den Genehmigungsgremien, den so genannten Schulentwicklungskonferenzen, noch nicht einmal Vertreter der Lehrerschaft vorgesehen," so Meyer-Lauber.


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