Hamburg

GEW kritisiert Gymnasialempfehlung

Als "völlig falschen Schritt" bezeichnet der Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW Hamburg, Klaus Bullan, "die Gymnasialempfehlung, die Senator Wersich durch die Hintertür wieder einführen will." Die aktuelle Weisung verpflichte die Lehrerinnen und Lehrer dazu, den Eltern bzw. Sorgeberechtigten nicht einen Bildungsweg, sondern eine Schulform für ihre Kinder zu empfehlen. "Das führt das Wesen des neuen Schulgesetzes ad absurdum", so Bullan.

11.01.2011 Pressemeldung GEW Hamburg

"Die Idee der jetzigen Schulstruktur ist doch, dass es Kindern auf beiden Wegen möglich sein soll, das Abitur zu erreichen", mahnt der GEW-Vorsitzende. "Alle waren sich einig, dass eine Gymnasialempfehlung in Klasse 4 die Möglichkeiten der Stadtteilschulen ausbremst, immense pädagogische Probleme mit sich bringt und eine unnötige psychische Belastung für die Grundschulkinder und die Eltern ist. Nun macht Wersich die Kehrtwende und ignoriert den großen Konsens aller Bürgerschaftsfraktionen."

Zum Hintergrund:

Die Schulleitungen der staatlichen und privaten Schulen wurden per Schreiben vom 4. Januar von der Behörde darüber informiert, dass "mit Inkrafttreten des neuen Schulgesetzes am 29.09.2010 (...) alle Hamburger Grundschulen verpflichtet [sind], gemäß § 42 Absatz 4 HmbSG eine Einschätzung zur weiteren Schullaufbahn ihrer Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsklasse 4 abzugeben." Die Schulbehörde fordert deshalb die Lehrkräfte dazu auf, in einem speziellen Einschätzungsbogen verschiedene Kompetenzen der SchülerInnen zu bewerten: "Der ausgefüllte Einschätzungsbogen wird in die Schülerakte aufgenommen. Eine Kopie wird den Sorgeberechtigten ausgehändigt bzw. spätestens mit der Zeugnisvergabe übergeben. Die Grundschule empfiehlt den Sorgeberechtigten, den Einschätzungsbogen bei der Anmeldung für die weiterführende Schule vorzulegen." Am Ende des dem Behördenschreiben beiliegenden Einschätzungsbogens werden die LehrerInnen aufgefordert, eine Schulformempfehlung abzugeben:

"Die Schülerin / der Schüler wird voraussichtlich dem Lerntempo und den Anforderungen des achtjährigen Gymnasiums gewachsen sein.

Der Schülerin / dem Schüler wird empfohlen, die Stadtteilschule zu besuchen; diese bietet neben dem ersten auch den mittleren Schulabschluss sowie in einem neunjährigen Bildungsgang das Abitur.

Ansprechpartner

GEW Hamburg

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