GEW kritisiert Landesregierung wegen Nichthandelns
"Die Enttäuschung bei den Studierenden und Referendaren ist groß", sagte GEW-Landeschef Thomas Lippmann am heutigen Tag mit Blick auf den am Mittwoch im Landtag zur Abstimmung stehenden Nachtragshaushalt.
06.04.2009 Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt"Wider besseren Wissens soll dem zukünftigen Lehrermangel nicht vorgebeugt werden", fügte er hinzu. "Damit wird erneut eine Chance verpasst, die Qualität der Schule in Sachsen-Anhalt personell zu sichern."
Die Enttäuschung bei den jungen Kolleginnen und Kollegen sei auch deswegen so groß, weil der Kultusminister den Aussagen der GEW zum zukünftig eintretenden Lehrermangel zugestimmt hatte. Zu Recht hätten sie daraus Hoffnungen auf eine zukunftssichernde Personalpolitik der Landesregierung und ein verändertes Personalentwicklungskonzept abgeleitet.
Die GEW hatte zu Beginn der Debatte um den Nachtragshaushalt nochmals auf die Verwerfungen in der Altersstruktur der Lehrkräfte in Sachsen-Anhalt und den bundesweit entbrannten Kampf um Nachwuchslehrer verwiesen und deshalb eine sofortige Erweiterung des Einstellungskorridors und eine Erweiterung der Ausbildungskapazität für das Referendariat bereits ab 2009 im Rahmen des Nachtragshaushaltes vorgeschlagen. Sie wollte damit Vorkehrungen treffen, um möglichst viele junge Lehrkräfte bis zur Zeit des akuten Mangels ab 2012/13 im Land zu behalten.
Lippmann verwies darauf, dass an den Schulen zunehmend bittere Kalauer unter dem Motto die Runde machen, dass mit den im Nachtragshaushalt gegenfinanzierten vielen Millionen Euro für Baumaßnahmen zwar moderne Klassenzimmer entstünden, die dann aber mangels Lehrkräften leer stehen würden.
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