GEW: Kürzungen beim Förderunterricht zurück nehmen

Die Bildungsgewerkschaft GEW macht sich für eine sachliche und differenzierte Analyse und Diskussion der PISA-Ergebnisse stark. "Wem die Interpretationen der OECD nicht passen, der findet in der Studie genug Material, das sich für die Verbesserung unserer Schulen nutzen lässt. Wer aus den Vergleichsstudien lernen will, muss sich mit den Ergebnissen sorgfältig befassen, anstatt mit pauschalen Attacken die wichtigen internationalen Vergleichsstudien als unseriös zu diffamieren", sagte am Dienstag (18.12.07) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) anlässlich der Landtagsdebatte über internationale Vergleichsstudien.

18.12.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

"Wir haben den Eindruck, die CDU-FDP-Landesregierung will mit der PISA-Debatte von den eigenen Schwächen ablenken. Deutschland ist Weltspitze bei der Benachteiligung von jungen Migrantinnen und Migranten. Daran hat auch die Landesregierung ihren Anteil, indem sie zum Beispiel die Mittel für Förderunterricht in den vergangenen Jahren mehrfach gekürzt hat. Und wie sollen 288 Pädagogische Assistenten die Chancen von 170.000 Schülerinnen und Schülern an der Hauptschule entscheidend verbessern?", sagte Dahlem.

An den Grund- und Hauptschulen gab es im Schuljahr 2001/02 noch 3.633 Stunden für Förderkurse für Ausländer, 2005/06 waren es nur noch 2.873, der Stütz- und Förderunterricht wurde im gleichen Zeitraum von 8.690 auf 7.587 Stunden gekürzt.

Die GEW erinnert daran, dass erst durch den internationalen Vergleich deutlich wurde, wie ungerecht es an deutschen Schulen zugeht und wie stark der Bildungserfolg auch in Baden-Württemberg von der Herkunft der Kinder bestimmt wird. "Das sind unstrittige Ergebnisse, die zum Handeln zwingen. Wir brauchen eine offene Diskussion über die Weiterentwicklung von individueller Förderung, von Schulstrukturen und Ganztagsschulen im Südwesten, um allen Kindern bestmögliche Lernbedingungen bieten zu können", so Dahlem.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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