GEW mahnt weiter Verbesserung der Unterrichtsversorgung an
"Noch immer sind die strukturellen Defizite bei der Unterrichtsversorgung trotz wiederum leichter Verbesserung zum vergangenen Schuljahr nach wie vor zu hoch und daher für die GEW nicht akzeptabel", kommentierte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Rheinland-Pfalz, Klaus-Peter Hammer, die heute vom Bildungsministerium vorgelegten Zahlen zur Schulstatistik und Unterrichtsversorgung für das Schuljahr 2014/2015.
03.12.2014 Pressemeldung GEW Rheinland-PfalzFür Hammer ist es nicht akzeptabel, dass die Landesregierung, wie auch in den vergangenen Schuljahren, keine Vollversorgung für die Schulen garantiert. Nach wie vor leisteten Lehrkräfte in vielen Schulen Mehrarbeit, um den Schülerinnen und Schülern das Recht auf Bildung und Unterricht zu gewährleisten. Um auf Dauer eine gesicherte Unterrichtsversorgung zu garantieren, seien mehr zusätzliche Plan- und Poolstellen notwendig, als von der Landesregierung vorgesehen.
"Sorgen macht uns nach wie vor die hohe Anzahl befristeter Vertretungsverträge. Es gibt dabei solche, die nur dazu dienen, den strukturellen Unterrichtsausfall abzudecken", sagte Hammer. Zwar sei es richtig, dass in Bezug auf Vertretungsverträge leicht positive Tendenzen feststellbar seien. So würden beispielsweise Verträge über längere Zeiträume abgeschlossen und bei Anschlussverträgen häufiger die Sommerferien berücksichtigt. Doch von Entwarnung könne nicht die Rede sein. "Der dauerhafte Vertretungsbedarf", so Hammer, "ist Beleg dafür, dass Planstellen fehlen und der Vertretungspool weiter ausgebaut werden muss."
Auch in diesem Jahr ist die Lehrerversorgung laut GEW vor allem in den Schularten Gymnasien, Förderschulen sowie an den berufsbildenden Schulen unbefriedigend. Die Gründe hierfür seien vielschichtig. Wie bereits in den vergangenen Jahren kritisiert, würden noch immer für die Förder- und die berufsbilden Schulen nicht genügend Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet.
Die GEW fordert von der Landesregierung konkrete Schritte, allem voran für die berufsbildenden Schulen und die Förderschulen, um auf die zentralen und aktuellen Unterrichtsengpässe hinzuwirken. Dazu gehört eine neue Bedarfsberechnungen, die sich an der gegenwärtigen Schülerzahlentwicklung sowie an geplanten Vorhaben wie den Ausbau der Schwerpunktschulen und die Weiterentwicklung der Schulen zu inklusiven Bildungseinrichtungen orientiert.
Besonderen Handlungsbedarf sieht die GEW für die Schulen, an denen verstärkt Flüchtlingskinder unterrichtet werden. "Die Schulen brauchen für diese sensible und anspruchsvolle Arbeit dringend Unterstützung von Expert_innen im Umgang mit traumatisierten Kindern. Auch benötigen diese Schulen eine wesentlich höhere Lehrkräftezuweisung, um gezielt und in kleineren Lerngruppen mit den Kindern arbeiten und diese begleiten zu können", so der Landesvorsitzende Klaus-Peter Hammer.
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