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GEW Sachsen-Anhalt im Dialog mit Kultusminister Dorgerloh

"Unseren Kolleginnen und Kollegen brennen die aktuellen Probleme bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention an den Schulen Sachsen-Anhalts auf den Nägeln und der Minister hat gestern im Landtag die neue Gemeinschaftsschule auf den Weg gebracht. Zwei gute Themen für den Dialog." So umschrieb der GEW-Landeschef, Thomas Lippmann, den Inhalt des Gespräches, das am 9. Juni 2012 ab 9.30 Uhr im Hotel Ratswaage in Magdeburg stattfinden wird.

07.06.2012 Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt

Die GEW wird im Rahmen dieser Veranstaltung zugleich eine Aktion abschließen, die die Verbesserung der Arbeit im Gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen zum Ziel hat. Auf "Gelben Karten" wird vom Kultusminister "bereits zum kommenden Schuljahr eine spürbare Verbesserung der Situation an den Grund-, Sekundar- und Förderschulen gefordert", sagte Lippmann. Die deutliche Kritik an den schulischen und personellen Rahmenbedingungen ist von fast 1000 Lehrerinnen und Lehrern sowie Pädagogischen Mitarbeiterinnen artikuliert worden. Ca. 500 haben zusätzlich konstruktive Vorschläge an den Minister formuliert. D

ie Hauptforderungen der GEW-Mitglieder, so Lippmann, sind:"Den Regelschulen muss für die neuen Aufgaben der Inklusion und des gemeinsamen Unterrichts in Abhängigkeit vom tatsächlichen Bedarf zusätzliches Fachpersonal zur Verfügung stehen – das sind neben weiteren Förderschullehrkräften auch pädagogische Mitarbeiterinnen. Förderschullehrkräfte sollen nur noch an einer oder höchstens an zwei Regelschulen eingesetzt werden, um die Fahrten zwischen verschiedenen Schulen zu minimieren und auch an den verbleibenden Förderschulen stabile Lehrerkollegien zu sichern. Außerdem muss von Seiten der Schulbehörden schneller und wirksamer eingegriffen werden, wenn in konkreten Fällen der gemeinsame Unterricht nicht gelingt." Diesen Forderungen werde zwar in einem neuen Konzept des Kultusministeriums im Wesentlichen entsprochen, der derzeit geplante Start für die neuen Regelungen erst zum Schuljahresbeginn 2013/14 sei aber angesichts der stetig wachsenden Schwierigkeiten zu spät.

"So lange können Schüler, Eltern und Lehrkräfte nicht warten, ohne dass der gesamte Prozess größeren Schaden nimmt.", warnt Lippmann. Die Lehrkräfte könnten nicht ständig an und über ihrer Belastungsgrenze arbeiten und den hilfebedürftigen Schülern dürfe die notwendige Unterstützung nicht vorenthalten werden. Das Ziel des Gemeinsamen Unterrichts oder gar der Inklusion könne unter den gegenwärtigen Bedingungen vielfach nicht erreicht werden. "Unsere Kolleginnen und Kollegen machen seit Jahren immer wieder die Erfahrung, dass Schulreformen – auch wenn sie pädagogisch zu begrüßen waren – letztlich auf ihrem Buckel abgeladen werden", sagte Lippmann. "Das können und werden wir bei der wichtigen Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention nicht zulassen!", sagte er. Die "Gelben Karten" sollen dem Minister symbolisch gezeigt und auf den Weg mitgegeben werden.

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GEW Sachsen-Anhalt

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