GEW: Trinken im Unterricht nicht notwendig
Nach Auffassung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Thüringen (GEW) ist Trinken im Unterricht nicht nötig, sondern sorgt nur für zusätzliche Störfaktoren.
18.10.2006 Thüringen Pressemeldung GEW ThüringenPlasteflaschen mit Limonade, Mineralwasser, Säften oder Cola stehen auf den Schulbänken, manchmal auch Plastebecher, die leicht umstürzen. Häufigere Toilettenbesuche während des Unterrichts gelten als normal. Lehrer stehen da als Einzelkämpfer allein auf weiter Flur. Nun wirbt auch der Kultusminister für die Kampagne.
"Natürlich ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr notwendig, nicht nur an heißen Tagen oder nach dem Sportunterricht, aber Trinken in der Pause ist völlig ausreichend. Viel wichtiger ist es, den Konsum zuckerhaltiger Getränke einzudämmen. Uns liegt bisher keine überzeugende Studie vor, die nachweist, dass sich die Konzentrationsfähigkeit und Leistungsvermögen durch Trinken im Unterricht verbessern. Selbst Ernährungswissenschaftler bezweifeln dies", erklärte der Thüringer GEW-Vorsitzende Jürgen Röhreich.
Es sei schon erstaunlich, dass sich nun auch der Thüringer Kultusminister (Pressemitteilung des TKM vom 13.10.06) für die inzwischen umstrittene Kampagne der Mineralwasserwirtschaft "Trinken im Unterricht" hergibt. Innerhalb dieser Kampagne werden die Schulen mit kostenlosen Informationsbroschüren, Unterrichtsmaterialien, Leitfaden für Lehrer und Eltern sowie Lehrerfortbildungen eingedeckt. Auch der Hinweis auf die Einrichtung eines Getränkedienstes fehlt nicht.
Die GEW hatte bereits in der Septemberausgabe ihrer Mitgliederzeitschrift den Sinn dieser Kampagne für Schulen bezweifelt.
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