GEW-Unterschriftenkampagne gegen Gesamtschuldiffamierung: Es reicht!
Eltern und Lehrkräfte aus den Gesamtschulen in NRW wehren sich. Sie sind die systematischen Angriffe der Landesregierung auf ihre Schulform leid und sagen: "Es reicht, Frau Ministerin!" Mit einer Unterschriftenaktion, die von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gemeinsam mit der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule e.V. und dem Landeselternrat der Gesamtschulen in NRW e.V. getragen wird, fordern die Unterzeichner Schulministerin Sommer auf, die Gesamtschulen in NRW politisch zu unterstützen, statt sie fortwährend zu diskreditieren und als Schulform gegenüber anderen zu benachteiligen.
08.05.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung GEW Nordrhein-WestfalenGEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber erklärte zum Start der Unterschriftenaktion an den 223 Gesamtschulen in NRW: "Die Diffamierung dieser erfolgreich arbeitenden Schulform muss ein Ende haben. Gesamtschulen sind pädagogisch moderne Schulen, die Kinder nicht in Schubladen sortieren und sie individuell fördern." Die Zahl der Sitzenbleiber sei deutlich niedriger und viele Kinder erlangten einen höheren Schulabschluss als am Ende der Grundschule prognostiziert.
Anlass der gemeinsamen Unterschriftenkampagne ist eine einseitige und unseriöse Interpretation statistischer Daten, mit der Schulministerin Sommer in der Öffentlichkeit angeblich schlechte Abschlussleistungen der gymnasialen Oberstufe von Gesamtschulen belegen wollte. Diese öffentliche Diffamierung hatte die GEW unter Zuhilfenahme eines wissenschaftlichen Gutachtens der Bochumer Erziehungswissenschaftlerin Prof. Gabriele Bellenberg zurückgewiesen.
Statt weiterer Angriffe gegen ihre Schulform erwarten die Initiatoren der Unterschriftenkampagne eine spürbare Unterstützung der pädagogischen Arbeit. Meyer-Lauber abschließend: "Die Gesamtschulen brauchen kleinere Klassen und Lerngruppen und mehr Zeit für pädagogische Schulentwicklung sowie eine deutliche Entlastung der Kolleginnen und Kollegen."
Derzeit unterrichten gut 18.000 Lehrkräfte und sozialpädagogische Fachkräfte die über 220.000 Gesamtschülerinnen und Gesamtschüler. Da die Landesregierung faktisch ein Gründungsverbot für neue Gesamtschulen verfügt hat und weil nicht genügend Lehrerkapazitäten zur Verfügung gestellt werden, müssen Jahr für Jahr über 15.000 neu angemeldete Schülerinnen und Schüler abgewiesen werden.
www.gew-nrw.de/presseinfos/Presse200823.cfm
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