GEW zu "Ferienarbeit der Lehrkräfte"
Als Schlag ins Gesicht und als Missachtung ihrer tagtäglichen Leistungen haben Lehrkräfte die heutigen Berichte in den Zeitungen des Landes empfunden. "Die Korrektur dieser Darstellung und ihre Aussage, dass sie keine neuen Pläne für Ferien und unterrichtsfreie Zeit der Lehrkräfte habe, ist eine wichtige Klarstellung der Ministerin." sagte GEW-Landesvorsitzender Matthias Heidn heute (10.05.2013) in Kiel. Wenn Bildungsministerin Wende aber sagt, sie wisse, was Lehrkräfte leisten, dann sei es entscheidend, dass sie sich für eine deutliche Verringerung der Arbeitsbelastungen einsetzt.
10.05.2013 Pressemeldung GEW Schleswig-HolsteinEr bezog sich dabei auf die Pressemitteilung der Ministerin vom 09.05.2013, in der sie mitteilt, dass ihre Äußerungen (Fortbildung und gemeinsame Projektarbeit in der unterrichtsfreien Zeit der Ferien, Ausweitung der täglichen Arbeitszeit in der Schule) bei einer Podiumsdiskussion in Berlin missverstanden worden seien.
Alle bisherigen Arbeitszeituntersuchungen für Lehrkräfte haben ergeben, dass die Lehrerinnen und Lehrer selbst unter Anrechnung der Ferienzeiten höhere Jahresarbeitszeiten aufweisen als der Öffentliche Dienst. Außerdem ist die Arbeitsbelastung in den letzten Jahren durch neue Anforderungen wie dem Umbau der Schulstruktur, Inklusion oder Verlässlichkeit der Grundschule weiter gestiegen. "Deshalb steht heute ganz klar eine andere Forderung auf der Tagesordnung: Absenkung der Pflichtstundenzahl in allen Schularten und eine deutlich bessere Ausstattung der Schulen mit Planstellen!", bekräftigte Matthias Heidn.
Unverständnis zeigte der GEW-Vorsitzende über die Äußerung der Ministerin, dass die Nichtübertragung des Tarifergebnisses auf den Beamtenbereich "der Untergang des Abendlandes aus der Sicht der Klientel" sei.
"Lehrerinnen und Lehrer arbeiten länger, ihre Belastung ist enorm. Das Weihnachtsgeld wurde längst gestrichen bzw. stark gekürzt. Sich in einer solchen Situation in diesem Ton über die berechtigte Besoldungsforderung zu äußern, ist eine Brüskierung der Lehrerschaft. Ich erwarte von der Ministerin, dass sie sich in der Landesregierung dafür einsetzt, dass die Übertragung des Tarifergebnisses auf die verbeamteten Lehrkräfte erfolgt. Nur so wird Schleswig-Holstein bei der Gewinnung von neuen, qualifizierten Lehrkräften und von Schulleitungen konkurrenzfähig bleiben!" stellte Matthias Heidn fest.
Keine Kommentare vorhanden