GEW zu PISA 2006: "Quittung für verfehlte Schulpolitik in NRW"

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sieht in den Ergebnissen der jüngsten PISA-Studie auch die Quittung für eine verfehlte Schulpolitik in NRW. Alle bisherigen Maßnahmen der schwarz-gelben Landesregierung - von Kopfnoten über zentrale Prüfungen bis hin zur Einführung des "Turbo-Abiturs" - haben nach Auffassung der GEW nur den schulischen Druck erhöht. Mehr Druck wird eher die soziale Auslese verschärfen als zu nachhaltig besseren Schülerleistungen führen.

04.12.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen

Anlässlich der Veröffentlichung der PISA-Ergebnisse forderte GEW-Vorsitzender Andreas Meyer-Lauber heute die Landesregierung auf, nicht länger an der "Schimäre eines begabungsgerechten Schulsystems" festzuhalten. "Da das gegliederte Schulsystem offenkundig die soziale Ungleichheit beim Bildungserfolg verstärkt, sollte die Landesregierung endlich das Schulstrukturtabu in NRW brechen."

Nach Auffassung Meyer-Laubers gibt es in NRW inzwischen kein bildungspolitisches Diagnosedefizit mehr. Meyer-Lauber wörtlich: "Es fehlt an einer wirksamen Therapie. Von der Sprachförderung über den qualitativen Ausbau der Ganztagsgrundschulen bis hin zu kleineren Klassen und mehr Zeit für jeden einzelnen Schüler."

Derzeit erlebten die Schulen in NRW eine permanente Überforderung. Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte seien gestresst und erführen keine relevanten Verbesserungen der Situation. "Lehrrinnen und Lehrer sind rund um die Uhr belastet, kriegen aber nicht die notwendige Unterstützung für effektiven Unterricht", klagt der GEW-Landesvorsitzende und appelliert an die Landesregierung, die künftig eigenverantwortlichen Schulen mit mehr Ressourcen und Lehrerstellen zu unterstützen: "Wir brauchen Investitionen in die Qualität vor Ort, da wo die Schülerinnen und Schüler lernen."


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