Mecklenburg-Vorpommern

Graduierte Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens

Das Land ändert die Bewertungspraxis des Arbeits- und Sozialverhaltens von Schülerinnen und Schülern. Vom Schuljahr 2013/2014 an wird es eine graduierte Bewertung in Form von Worten geben. Der Bewertungsgrad erstreckt sich von "sehr gut" über "gut", "befriedigend", "ausreichend", "mangelhaft" bis "ungenügend".

15.05.2013 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern

Bewertet wird jede Schülerin und jeder Schüler an allgemein bildenden Schulen ab der Jahrgangsstufe 2 bis zum Ende des ersten Halbjahres der Jahrgangsstufe 10 auf allen Halbjahres-, Jahres- und Übergangszeugnissen. Auf dem Abgangs- und Abschlusszeugnissen wird das Arbeits- und Sozialverhalten nicht bewertet.

"Mit Gewerkschaften, Verbänden, Elternvertretern, den Kirchen und Unternehmervertretern ist es gelungen, eine einvernehmliche Regelung zu schaffen", erläuterte Bildungsminister Mathias Brodkorb. "Die graduierte Bewertung ist für Schülerinnen, Schüler und Eltern nachvollziehbar, weil sie in den Unterrichtsfächern etabliert ist. Für Lehrerinnen und Lehrer wird die Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens einfacher und führt zu einer Entlastung", sagte der Minister.

Die Bewertungsbereiche beim Arbeitsverhalten umfassen die Kategorien "Fleiß" und "Zuverlässigkeit". Bewertungskriterien im Bereich "Fleiß" sind "Lern- und Anstrengungsbereitschaft" sowie "Mitarbeit". Kriterien für die Bewertung im Bereich "Zuverlässigkeit" sind "Pünktlichkeit und Sorgfalt" sowie "eigenverantwortliches Arbeiten".

Beim Sozialverhalten bewerten Lehrerinnen und Lehrer die "Umgangsformen" ihrer Schülerinnen und Schüler sowie die "Teamfähigkeit". Bewertungskriterien im Bereich "Umgangsformen" sind "Konfliktverhalten" sowie die "Einhaltung der Schulordnung und der Klassenregeln". Bei der Bewertung im Bereich "Teamfähigkeit" geben die Lehrerinnen und Lehrer eine Bewertung nach den Kriterien "Hilfsbereitschaft" und "Respekt und Toleranz gegenüber anderen" ab.

Die Klassenlehrerin bzw. der Klassenlehrer bewertet bei jeder Schülerin und jedem Schüler einmal in jedem Schulhalbjahr die vier Kategorien "Fleiß", "Zuverlässigkeit", "Umgangsformen" und "Teamfähigkeit".

Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt "geistige Entwicklung" sind von der graduierten Bewertung ausgenommen. Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt "emotionale und soziale Entwicklung" werden nach den Festlegungen in ihren individuellen Förderplänen verbal bewertet.

Die Verordnung über die Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens an allgemein bildenden Schulen in Mecklenburg-Vorpommern tritt am 1. August 2013 in Kraft. SPD und CDU haben sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, im Rahmen des Schuldialogs die weitere Ausgestaltung von Kopfnoten für Mitarbeit, Ordnung, Fleiß und Betragen zu erörtern. Seit dem Schuljahr 2008/2009 wird das Arbeits- und Sozialverhalten von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 2 bis 10 bewertet.


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