Bremen

Großer Unmut bei den Schulleitungen

Auf einer GEW-Schulleitungsversammlung kritisierten 35 Schulleitungen Bremer und Bremerhavener Schulen die Unterfinanzierung der Bremer Bildung. Im Fokus standen die unzureichende Versorgung der Schulen mit SchulsozialarbeiterInnen und die Unterrichtsversorgung.

19.02.2014 Pressemeldung GEW Bremen

"Schulen haben einen Bildungsauftrag – um den umsetzen zu können, sind Schulsozialarbeiterinnen und Sozialpädagogen heute unverzichtbar", fassen Landesvorstandssprecher der GEW Petra Lichtenberg und Bernd Winkelmann die einhellige Meinung der Schulleitungen zusammen. "Einigkeit herrschte auch in der Forderung an die Politik, Schulsozialarbeit an allen Schulen flächendeckend sicher zu stellen", so Lichtenberg weiter. Dafür müsse die Rot-Grüne Regierung die Finanzierung im Haushalt absichern. Besonders kritisiert wurde der Umgang mit den PädagogInnenn, die vor 2 Jahren befristet eingestellt wurden: Ein Teil von ihnen hat die Schulen bereits verlassen, für die anderen Schulsozialarbeiter ist die Zukunft an den Schulen bis heute ungeklärt. "Vor dem Hintergrund, dass Bremen als Stadtstaat viele SchülerInnen beschult, die einfach viele Probleme mit in die Schulen tragen und die Schulen auch noch die Schulreform umsetzen müssen, ist diese Situation unhaltbar. Der Rot-grüne Senat steht hier in der Verantwortung!", stellt Lichtenberg fest.

Die Schulleitungen bemängeln die unzureichende Unterrichtsversorgung, die zu Lasten der Qualität geht. Die Vertretungsreserven an vielen Schulen sind ausgeschöpft. Andere Schulen, deren Budget es noch zulassen würde, finden keine Vertretungskräfte mehr. Qualifizierte Kräfte stehen kaum noch für den wenig attraktiven Vertretungsunterricht an wechselnden Schulen zur Verfügung. Mehrere SchulleiterInnen berichteten, dass oft keine Alternative mehr gesehen werde, als den Unterricht ausfallen zu lassen. "Es wird so viel Mehrarbeit an den Schulen geleistet, dass das Limit erreicht ist", erklärt Bernd Winkelmann. "Die Arbeitsschutzgesetze gelten für Lehrkräfte ebenso wie für alle anderen Beschäftigten an Schulen!" Die Forderung der Schulleitungen ist deshalb die Aufstockung des Stammpersonals: Jede Schule braucht zusätzliche Lehrkräfte und auch Vertretungsreserven für die anderen Beschäftigten, um verlässlich und schnell auf personelle Ausfälle reagieren zu können.

"Der Ärger der Schulleitungen ist berechtigt – wir stehen voll und ganz hinter ihren Forderungen. Wir fordern einen Nachtragshaushalt von mindestens 20 Millionen Euro, um den dringendsten personellen Problemen zu begegnen. Wenn die Situation so bleibt, werden Schüler, Eltern und die Beschäftigten der Schulen sicher nicht stillhalten können", fassen Winkelmann und Lichtenberg zusammen.

Ansprechpartner

GEW Bremen

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