Gründung der Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit Bayern e.V.

Am 17.06.2008 fand die Gründungsversammlung der Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit Bayern e.V. (LAG Schulsozialarbeit Bayern e.V.) in Nürnberg statt. Ort des Geschehens war die Fakultät Sozialwissenschaften der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg. Viele Fachkräfte der Schulsozialarbeit waren aus allen Landesteilen Bayerns in die Frankenmetropole gekommen. Etliche Fachkräfte aus unterschiedlichen Regionen, Bereichen, Anstellungsträgern und diversen Geschäftsfeldern der Schulsozialarbeit hatten sich früh interessiert gezeigt. Die LAG Schulsozialarbeit Bayern e.V. ist auch für Lehrerinnen und Lehrer offen.

24.06.2008 Bayern Pressemeldung GEW Bayern

Schulsozialarbeit, die in ihrem beruflichen Handeln den Schulverantwortlichen als gleichberechtigter Partner auf Augenhöhe begegnet, fühlt sich fachlichen Standards, Qualitätsmanagement und einem ganzheitlichen Erziehungs- und Bildungsauftrag verpflichtet. Sie ist zur Vermeidung einer Defizitorientierung für alle Kinder und Jugendlichen einer jeweiligen Schule zuständig.

Schulsozialarbeit ist gekennzeichnet durch eine Pluralität von Arbeitsformen sowie Methodenvielfalt und zeichnet sich aus durch eine lebensweltorientierte und sozialraumbezogene Zielgruppenarbeit. Spezielle Angebote während der Schulzeit (z.B.: Gruppenarbeit zum Sozialen Lernen) sind inhärenter Bestandteil des Stundenplans der Schülerinnen und Schüler. Zudem unterbreitet sie allen Schülerinnen und Schülern der jeweiligen Schule vorbeugende Angebote und bietet auch den Erziehungsberechtigten und der Lehrerschaft Beratung und Hilfe zur Entwicklung problemlösender Maßnahmen an. Das berufliche Handeln ihrer Akteure, flankiert durch Fort- und Weiterbildung sowie gefördert durch Kollegiale Beratungssystem (z.B. Teamarbeit, Supervision, Coaching) erfolgt in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit allen am Schulleben Beteiligten in den spezifischen Lebenswelten, innen wie außen. Sie kann als optimierter Regiebetrieb geführt werden.

Prof. Dr. Herbert Bassarak stellte einleitend die zentralen Eckpunkte der Entwicklungsgeschichte zur Gründung der Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit Bayern e.V. dar. Aus dem Kreis der Teilnehmenden wurde darauf hingewiesen, dass in Bayern die Bedürfnisse, Wünsche und Erfordernisse zur Schulsozialarbeit leider nur - unbeschadet einzelner "Fortschritte" und "Erfolge" - unzureichend vertreten worden seien (z.B. Schulsozialarbeit für alle Schülerinnen und Schüler, Regelung der Dienst- und Fachaufsicht, Eigenverantwortlichkeit der Schulsozialarbeit, Schule als Lebens- und Lernort). Dies habe vielfach zum Nachteil etlicher Schülerinnen und Schüler geführt sowie soziale Benachteiligungen und Ungleichheit in unterschiedlichen Bereichen strukturell manifestiert und sogar zum Teil verstärkt hätte. Man habe sich immer wieder von Versprechungen trösten und in Wartepositionen drängen lassen. Es sei in der Vergangenheit zwar viel geredet, diskutiert und immer wieder das Ziel propagiert worden, sich als Schulsozialarbeiter bzw. Schulsozialpädagogen zusammen zu schließen, um im Interesse aller bayerischen Schülerinnen und Schüler sowie der Erziehungsberechtigten den mit der Schulsozialarbeit verbundenen Werten und Zielen einen höheren Stellenwert, mehr Bedeutung und stärkeres Durchsetzungsvermögen zu verleihen. Die Zeit sei überreit. Man müsse endlich handeln.

Geschlossenheit und gemeinsames Handeln sollte nunmehr unter einem gemeinsamen Dach erreicht und langfristig gesichert werden, unter dem die vorhandenen Ressourcen, Potentiale und Talente gebündelt und Synergie erzeugend zum Einsatz gebracht werden sollten. Bestehende Kontakte zu Verantwortlichen sollten genutzt, gepflegt, ausgebaut und gezielt vernetzt werden. Dies sei durch gesamtgesellschaftliche Entwicklungsprozesse, die auch vor den einzelnen Regionen in Bayern nicht Halt machen würden, nicht nur sinnvoll, sondern unumgänglich geworden, um in verschiedenen Bereichen und auf unterschiedlichen Ebenen die Qualität von Schulsozialarbeit sicherstellen, Kräfte zu stärken und verbessern zu können – nicht zuletzt im Interesse der in der Schulsozialarbeit Tätigen, der Adressaten und all derer, die davon direkt oder indirekt profitieren. Zudem müsse die einzelne Fachkraft ihrem mehr oder weniger isolierten "Einzelkämpferdasein" entwachsen endlich können. So könne man die Position der Schulsozialarbeit in der schulischen Umgebung, in der Politik und in der Gesellschaft unterstützen, stärken helfen und die damit einhergehende Problematik effektiv angehen.

Nach der Beratung und einstimmigen Verabschiedung der Vereinssatzung fanden die Vorstandswahlen statt. Zum Vorsitzenden wurde Prof. Dr. Herbert Bassarak gewählt; zu seinen stellvertretenden Vorsitzenden wurden Wolfgang Habberger und Martin Reber gewählt (siehe Foto). Andrea Kühner wurde in das das Amt des Schatzmeisters berufen. Simone Fleischmann (Oberbayern), Max Haberl (Oberbayern), Kerstin Herrnegger (Schwaben), Annelise Jungfer (Mittelfranken), Jana Krüger (Oberpfalz), Valeska Riedel (Mittelfranken) und Andreas Schlögler-Wolf (Oberfranken) werden als Beisitzer (siehe Foto) fungieren. Mit der Gründung der LAG Schulsozialarbeit Bayern e.V. werden viele Ziele und Aufgaben (z.B. Weiterentwicklung fachlicher Standards, Qualifizierungsmaßnahmen, Zertifizierung) verfolgt, so auch Einrichtung und Ausbau regionaler Arbeitskreise der Schulsozialarbeit auf der Ebene der bayerischen Bezirke. Dieser Prozess soll vor allem von den Beisitzern vor Ort federführend unterstützt und vorangetrieben erden.

Die LAG Schulsozialarbeit Bayern e.V. wird sich in der kommenden Woche der aktuellen Situation des Schulpädagogischen Dienstes der Stadt Nürnberg annehmen und führt bereits am 24.06.2008 mit dem Sozialreferenten der Stadt Nürnberg ein Gespräch.

Herbert Bassarak
Vorsitzender der LAG Schulsozialarbeit Bayern e.V.

Ansprechpartner

GEW Bayern

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