Grüne fordern Abschaffung des Übertrittsverfahrens
Die Landtagsgrünen haben Kultusminister Spaenle vorgeworfen, die massiven Probleme beim Übertrittsverfahren von der Grund- auf eine weiterführende Schule nicht ernst zu nehmen: "Die heute vorgestellte Online-Umfrage kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Übertritt nach Klasse vier die Problemzone im bayerischen Schulsystem ist", sagte der schulpolitische Sprecher Thomas Gehring.
11.06.2010 Pressemeldung Bündnis 90/Die GrünenDas bayerische Bildungssystem setze damit schon die jüngsten Schülerinnen und Schüler unter einen enormen Leistungsdruck und werde damit den Kindern und ihren vielfältigen Begabung nicht gerecht. "Anstatt Kinder individuell zu fördern, setzt das Übertrittsverfahren auf Auslese. Das ist ineffizient und ungerecht, weil damit viele zu viele Kinder aussortiert und ihre Talente verschleudert werden." Die Änderungen am Übertritts-verfahren, die der Kultusminister vorgenommen habe, änderten daher am Grundproblem überhaupt nichts: "Mit seiner Neuerfindung der Gelenkklasse reduziert Spaenle den Druck in der vierten Klasse nicht, sondern verlängert in nur von der dritten bis in die fünfte Klasse."
Die Grünen fordern stattdessen eine Abschaffung des Übertritts-verfahrens zugunsten einer längeren gemeinsamen Schulzeit. "Die Aufteilung auf drei Schularten ist pädagogisch völlig veraltet", kritisiert Thomas Gehring. Die Grenze zwischen einer Zuweisung zum Gymnasium oder auf die Realschule sei wissenschaftlich nicht zu belegen. "Ein leistungsfähiges Bildungssystem setzt daher auf individuelle Förderung. Wir brauchen eine Gemeinschaftsschule, in der die Schülerinnen und Schüler differenziert lernen können, anstatt immer neue Versuche, Kinder in immer noch aufwändigeren Übertrittsverfahren auszusieben."
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