Grüne fordern Neuausrichtung der Schullandschaft
Die Grünen im Bayerischen Landtag kritisieren das neue Übertrittsverfahren der Staatsregierung als Verschlimmbesserung. "Die Neuregelungen zum Übertrittsverfahren lösen nicht die Probleme, die durch die Übergangsauslese bedingt sind", erklärt der schulpolitische Sprecher Thomas Gehring. Im Gegenteil: Der Druck in der vierten Klasse werde nicht reduziert, sondern verlängert – ab Klasse drei bis in die fünfte Klasse. "Anstatt die Bildungsbiographie an der Entwicklung des einzelnen Kindes festzumachen, wird die Übertrittsentscheidung im dreigliedrigen Schulsystem durch eine rein formale Angelegenheit bestimmt, das ist ein Fehler."
26.04.2010 Pressemeldung Bündnis 90/Die GrünenMan könne nicht so tun, als ob alle bayerischen Viertklässler in den Fächern Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht an einem Stichtag gleich weit seien. "Im Alter von neun oder zehn Jahren kann man keine sichere Schuleignungsprognose stellen, schließlich ist in dieser Altersstufe die kindliche Entwicklung noch nicht vollständig abgeschlossen", so Thomas Gehring. Die Landtagsgrünen fordern daher eine Neuordnung der Schullandschaft, mit Differenzierung in der Gemeinschaftsschule statt Auslese und Ganztagesangebote mit wechselnden Lern-, Erholungs- und Vertiefungsphasen.
Dr. Beate Kellermann,
Stellvertretende Pressesprecherin
Bündnis 90 / Die Grünen im Bayerischen Landtag
Keine Kommentare vorhanden