Neuregelung

Kultusminister Spaenle zum neuen Übertrittsverfahren für Grundschüler

Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle hat heute in München erste Erfahrungen mit der Neuregelung des Übertrittsverfahrens für die Schülerinnen und Schüler der Grundschule auf die weiterführenden Schulen vorgestellt. Die Erfahrungen der Lehrkräfte und Eltern mit der Neuregelung werden vom Ministerium erhoben. Der Minister hatte 2009 das Übertrittsverfahren verändert, dabei die Verantwortung der Eltern gestärkt und die Durchlässigkeit erhöht.

26.04.2010 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Anfang Mai erhalten erstmals rund 120.000 Schülerinnen und Schüler der 4. Jahrgangsstufe der Grundschulen in Bayern auf der Basis der Neuregelung ihr Übertrittszeugnis. Auf seiner Basis melden Eltern ihre Kinder für eine weiterführende Schule an.

"Mit dem Übertrittsverfahren wollen wir den Übergang von der Grundschule zu den weiterführenden Schulen stärker auf die Kinder hin ausrichten und die Eltern bei der Entscheidungsfindung zum Übertritt unterstützen", so Minister Spaenle.
Zentrale Elemente des Übertrittsverfahrens sind:

  • eine intensivierte Beratung der Eltern - auch über die Schullaufbahn,
  • eine Übertrittsempfehlung für alle Kinder der 4. Jahrgangsstufe,
  • der Probeunterricht und eine stärkere Einbindung des Elternwillens bei der Wahl der weiterführenden Schule.

Elternberatung wurde verstärkt

Für die Schüler und die Lehrkräfte müsse der Staat als "pädagogischer Schulweghelfer" den Weg des einzelnen Kindes intensiver begleiten, ergänzte der Minister. "Wir beraten künftig die Eltern der Grundschüler bereits ab der Jahrgangsstufe 3", so Dr. Spaenle.

Für den Übertritt an die Realschule benötigen die Mädchen und Jungen der Jahrgangsstufen 4 beim Übertrittszeugnis die Durchschnittsnote 2,66. Sie errechnet sich aus den Noten der Fächer Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht. Für das Gymnasium ist 2,33 vorgeschrieben.

Die Schülerinnen und Schüler, die den Notendurchschnitt für die von Ihnen gewünschte Schule nicht erreicht haben, können am Probeunterricht an Realschule und Gymnasium teilnehmen. Bestanden ist dieser, wenn das Kind in Deutsch und Mathematik mit den Noten 3 und 4 bzw. 4 und 3 abschließt. In Fällen, in denen in beiden Fächern die Note 4 erzielt wird, entscheiden die Eltern. "Wir haben damit die pädagogische Verantwortung für die Übertrittsentscheidung bei dieser Notenkonstellation den Eltern übertragen", bilanziert der Minister.

Die Förderelemente in der 5. Jahrgangsstufe der weiterführenden Schularten

wurden verstärkt. Für Minister Spaenle leitet die neue Übertrittsregelung "einen punktuellen Übertritt in eine begleitete Übertrittsphase in den Jahrgangsstufen 4 und 5 über." In der Übertrittsphase werden die abgebende Grundschule und die aufnehmende weiterführende Schule enger miteinander verzahnt, u. a. durch Grundschullehrkräfte, die an Realschule und Gymnasium unterrichten. Minister Spaenle riet Eltern: "Der Übertritt nach der 4. Jahrgangsstufe ist zwar ein sehr wichtiger Schritt in der Schullaufbahn. Er ist aber kein endgültiger Schritt. Viele Chancen des Übertritts oder Anschlusses bestehen auch danach", ergänzte er.

Monitoring des neuen Übertrittsverfahrens wichtig

Um festzustellen, ob die neuen Maßnahmen geeignet sind, die Schüler und Eltern stärker in dieser wichtigen Phase zu begleiten, erfasst das Ministerium in den kommenden Wochen die Erfahrungen der Schulen mit Lehrkräften und Eltern mit Hilfe einer Onlinebefragung. "Wir erhalten dadurch Rückmeldung darüber, wie z.B. die Informationsangebote empfunden wurden und wo Bedarf zur Weiterentwicklung besteht", so Minister Spaenle. Die Ergebnisse wird das Kultusministerium den Grundschulen zur Verfügung stellen. Im Juni wird Minister Spaenle Eltern, Lehrkräfte und Schulleiter zum Erfahrungsaustausch einladen.

Neue Arbeitshilfe vorgestellt

Die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung hat eine Arbeitshilfe mit dem Titel "Übergänge gestalten! Grundschule - weiterführende Schulen" vorlegt. Diese gibt den Lehrkräften Anregungen, um die Beratungstätigkeit für die Eltern noch effektiver als bisher zu leisten und die Zusammenarbeit von Grundschule und weiterführenden Schulen auszubauen.


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