Grundschüler werden schlau durch Spielen

Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber überzeugte sich heute im Beisein von Simone Linden, der Geschäftsführerin des Vereins "Mehr Zeit für Kinder", vom Wert des Spielens. Anlass war die Präsentation verschiedener Spielideen im Kultusministerium, Grund war die Tatsache: In Bayern erhielten 55 Grundschulen ein Spielezimmer. Diese beteiligten sich an dem Wettbewerb "Spielen macht Schule" und reichten ihr individuelles Konzept für ein Spielezimmer ein.

04.12.2009 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Es ist unser gemeinsames Anliegen, dass Kinder wieder vermehrt aktiv spielen und so gemeinsam mit Gleichaltrigen ihre Umwelt erleben und nicht nur in der Isolation vor einem Bildschirm", unterstrich Bayerns Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber. "Ich bin dem Projekt ,Spielen macht Schule' für sein Engagement sehr dankbar. Es macht möglich, dass die Schülerinnen und Schüler das Schulhaus immer mehr als Lebensraum erfahren. Zugleich erschließen sich die Schüler beim Spielen neue Erkenntnisse und sammeln wichtige Erfahrungen."

Schule und Spielen geht gut zusammen, wissen nicht nur die Initiatoren des Projektes. Auch aktuelle Ergebnisse der Hirnforschung geben ihnen recht: Spielen macht schlau.

Schon Kinder im Grundschulalter sind dem ständig wachsenden Einfluss von Bildschirmmedien wie Fernsehen, PC-Spielen und Konsolen ausgesetzt. Bewegung und Kreativität, wichtige Faktoren für die kindliche Entwicklung, bleiben dabei auf der Strecke. Hintergrund des Projektes sind die Erkenntnisse der modernen Hirn¬forschung. Sie zeigen, dass aktive unmittelbare Erfahrungen, wie sie das klassische Spielzeug bietet, förderlicher sind als die passive Erfahrungsvermittlung, die beispielsweise durch das Fernsehen stattfindet. Dem immer stärker werdenden Einfluss der Bildschirmmedien möchte die Initiative "Spielen macht Schule" entgegenwirken.

Spielen und Lernen gehören zusammen. Darum sind gute Spiele eine sinnvolle Ergänzung des schulischen Bildungsangebots. "Die Konzepte zeigen uns, wie engagiert und intensiv sich die Lehrer mit dem klassischen Spielen an der Schule und im Unterricht auseinandersetzen. Es ist uns wichtig, den Kindern das Lernen und Erfahren mit mehreren Sinnen wieder näher zu bringen", erklärt Simone Linden, Geschäftsführerin des Vereins Mehr Zeit für Kinder. "Wir hoffen, dass sich die Familien von der Begeisterung der Kinder anstecken lassen und das gemeinsame Spiel noch mehr in Ihren Alltag integrieren."

Neben Bayern konnten Grundschulen aus Nordhrein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg ein Konzept zur Integration von Spielen in den Schulalltag einreichen und am Wettbewerb teilnehmen. 200 Grundschulen in Deutschland haben Grund zur Freude: Die Initiative "Spielen macht Schule" vergibt zum dritten Mal Spiele - in diesem Jahr im Wert von über 700.000 Euro. Unterstützt wird die Initiative von den jeweiligen Kultusministerien. Bis zum Jahr 2012 sollen Grundschulen aus ganz Deutschland die Möglichkeit haben, die kostenlose Spielzeugausstattung für ein Spielzimmer zu gewinnen.

Die eingesetzten Spiele wurden vorab vom Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen Ulm auf ihren pädagogischen Wert geprüft. Mit der Einrichtung dieser Spielzimmer soll der natürliche Spieltrieb gefördert werden, da das Spielen wichtige Lernprozesse anstößt. Dabei erwerben Kinder grundlegende Kompetenzen wie Teamfähigkeit oder den Umgang mit Konkurrenzsituationen - Kernkompetenzen, die Kinder auf die Anforderungen ihres späteren Lebens vorbereiten.

Weitere Informationen zum Projekt und dem Wettbewerb unter www.spielen-macht-schule.de


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