Baden-Württemberg

Gut jeder 20. Neuntklässler hat an den Realschulen das Klassenziel verfehlt

In der kommenden Woche beginnen für die rund 1,2 Millionen Schülerinnen und Schüler an den gut 4 100 allgemeinbildenden Schulen des Landes (ohne Zweiter Bildungsweg) die großen Ferien. Traditionell werden zum Ende des Schuljahres auch die Jahreszeugnisse überreicht. Das Statistische Landesamt gibt in diesem Zusammenhang die Nichtversetzten-Quoten der Schülerinnen und Schüler bekannt, die im Sommer 2011 das Klassenziel nicht erreicht hatten.1)

19.07.2012 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

An den Grundschulen des Landes mussten mit durchschnittlich 0,6 Prozent ähnlich wie in den Vorjahren nur relativ wenige Schülerinnen und Schüler eine Klasse wiederholen. An den Werkreal-/Hauptschulen verfehlten 1,5 Prozent, an den Realschulen 2,7 Prozent das Klassenziel. Damit setzte sich an den Realschulen zwar der abnehmende Trend der letzten Jahre fort, die Nichtversetztenquote war aber im Schnitt weiterhin höher als an den Gymnasien. Dort erreichten durchschnittlich 2,2 Prozent der Schülerinnen und Schüler das Klassenziel nicht.

Insgesamt haben zum Ende des Schuljahres 2010/11

  • an den Grundschulen gut 1 700,
  • an den Werkreal-/Hauptschulen rund 2 100,
  • an den Realschulen knapp 6 700 und
  • an den Gymnasien gut 5 300

Schülerinnen und Schüler das Klassenziel nicht erreicht.

An den Grundschulen lagen die Nichtversetztenquoten von Mädchen und Jungen - wie in den Vorjahren auch - noch recht eng beieinander (0,5 zu 0,6 Prozent). An den weiterführenden Schulen dagegen gab es weiterhin erkennbare Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei den Nichtversetztenquoten. So betrug die Nichtversetztenquote der Mädchen an den Werkreal-/Hauptschulen 1,2 Prozent, die der Jungen 1,7 Prozent. An den Realschulen erreichten 2,1 Prozent der Mädchen und 3,3 Prozent der Jungen das Klassenziel nicht. Genauso groß (1,2 Prozentpunkte) waren die Unterschiede an den Gymnasien: Hier verfehlen 1,6 Prozent der Mädchen und 2,8 Prozent der Jungen das Klassenziel.

An allen Schularten gibt es seit Jahren offenbar "kritische" Klassenstufen, in denen das Risiko einer Nichtversetzung vergleichsweise hoch ist. An den Werkreal-/Hauptschulen ist dies vor allem die achte, an den Realschulen die neunte Klassenstufe. So hatten im Jahr 2011 2,4 Prozent der Achtklässler an den Werkreal-/Hauptschulen und 5,3 Prozent der Neuntklässler an den Realschulen das Klassenziel nicht erreicht.

An den Gymnasien war es im Jahr 2011 die 10. Klassenstufe, in der die Nichtversetztenquote mit 3,6 Prozent am höchsten war. Mit Ausnahme des Abgangsjahres 2009 (Schuljahr 2008/09; damals hatte der letzte G9-Jahrgang die 10. Klassenstufe durchlaufen) wies die Klassenstufe 10 in allen Jahren seit 2000 die jeweils höchste Nichtversetztenquote auf.

1) Zu dieser Gruppe zählen neben Wiederholern (ohne freiwillige Wiederholer) auch die auf Probe Versetzten sowie Schülerinnen und Schüler, die auf eine Wiederholung der Klasse verzichten und die jeweilige Schule verlassen.


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