"Gymnasien in Hessen beliebt wie nie zuvor – klares Votum gegen Einheitsschule"
Kultusministerin Karin Wolff hat heute auf dem Gymnasialtag 2007 des Hessischen Philologenverbandes zum diesjährigen Thema "Das Gymnasium profilieren – Voraussetzungen für eine eigenverantwortliche Gestaltung der Schule" gesprochen. Vor diesem Hintergrund wies die Hessische Kultusministerin vor allem auf die Bedeutung des Erhaltes des gymnasialen Bildungsweges hin.
01.10.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen"Die Gymnasien in Hessen sind bei Eltern beliebt wie noch nie zuvor, und die hohen Anmeldezahlen sind ein klares Votum gegen die Einheitsschule. Nur wenige Eltern sind sich aber bisher darüber im Klaren, dass ein Austrocknen der Gymnasien und deren Einebnung drohen. Denn nach Willen der SPD werden dann nur die Schulen, die zu Einheitsschulen umgewandelt werden, mehr Lehrerstellen erhalten. Dadurch werden die Gymnasien benachteiligt und in naher Zukunft nicht mehr lebensfähig sein", betonte Wolff. Durch Abschaffung des Sitzenbleibens und der Querversetzung werde das Gymnasium unter einer SPD-Regierung "kalt durch die Hintertür" zu einer Gesamtschule. Die Gymnasien bräuchten Ruhe und Raum, weitere Qualitätsverbesserungen anzugehen, aber keinen unnützen Veränderungs- und Abwicklungsstress. Gymnasiallehrer wie Eltern müssten "angesichts eines solchen Untergangsszenarios Sturm laufen" gegen die Pläne der Sozialdemokraten. "In Hessen ist die freie Elternwahl ein hohes Gut. Wer diese mit der Einheitsschule abrasieren will, der sät Unfrieden an den Schulen und verkennt die Leistungen der Lehrkräfte um mehr Unterrichtsqualität auch und gerade an den Gymnasien in den letzten Jahren". Auch die Forderung der hessischen SPD G8 wieder abzuschaffen, sei mit Blick auf die Kinder und Jugendlichen verantwortungslos. "Denn damit nimmt man in Kauf, die eigenen Kinder zu benachteiligen, die dadurch ein Jahr später die Schule verlassen als die Schülerinnen und Schüler in fast allen anderen Bundesländern. Damit würde sich Hessen von der Entwicklung im ganzen Bundesgebiet abkoppeln", unterstrich die Kultusministerin die Folgen einer Aufhebung des verkürzten gymnasialen Bildungsganges, hinter dem im Grundsatz auch der Landeselternbeirat stehe.
Zudem würde die Abschaffung von G8 dem konsequenten Modernisierungskurs entgegenstehen, der seit 1999 von Seiten der hessischen Landesregierung offensiv betrieben wird und eine Stärkung der Schulen zum Ziel hat. Die Eigenverantwortung der Schulen sei dabei kein Selbstzweck, sondern diene der Schulqualität. "Qualität kann letztlich nur in den Schulen selbst geschaffen werden. Je größer der einzelne Entscheidungs- und Gestaltungsspielraum jeder einzelnen Schule ist, desto größer ist die Chance für eine Qualitätssteigerung", erklärte die Kultusministerin. In den vergangenen Jahren sei viel getan worden. Die hessischen Schulen seien heute bereits in bestimmten Bereichen eigenverantwortlich. Damit stehe Hessen mit an der Spitze der bundesweiten Entwicklung in diesem Feld, wobei der langfristig angelegte Entwicklungsprozess auch in Zukunft konsequent fortgesetzt werde.
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