Gymnasien und Gesamtschulen mit niedrigsten Wiederholungsquoten

Zufrieden zeigt sich der nordrhein-westfälische Philologen-Verband, dass die gemeinsame Initiative des Schulministeriums mit nordrhein-westfälischen Lehrerverbänden zur Unterstützung von Fördermaßnahmen zur Wiederholerproblematik weiter ausgebaut wird. Bei der Initiative, die zu Beginn des Schuljahres 2008/2009 startete, stellten die Gymnasien das größte Kontingent. Nun ist geplant, das Projekt auf ca. 800 Schulen aufzustocken. Erfreulich ist auch, dass die zweite Staffel die gleichen Rahmenbedingungen der Unterstützung mit je 0,3 Lehrerstellen pro Schule erhält.

07.05.2009 Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)

Im laufenden Schuljahr ist die Wiederholerquote an den Gymnasien nochmals von 1,9% auf nur noch 1,5% abgesunken (zum Vergleich: Hauptschule: 4,7%, Realschule: 3,6%, Gesamtschule: 1,3%). Dies wurde an den Gymnasien gewiss unter nicht leichter gewordenen Rahmenbedingungen der Schulzeitverkürzung erreicht – eine großartige Leistung!, so Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes.

"Mit dem positiven Echo auf die Komm-Mit-Initiative zeigen die Schulen ein hohes Maß an Innovationsbereitschaft. Sie setzen mit viel Enthusiasmus und Kreativität Förder- und Unterstützungskonzepte in den Schulen um. Wichtig ist nun, dem Wunsch nach deutlich mehr Fort- und Weiterbildungsangeboten gerecht zu werden. Es wäre fahrlässig, diese Bereitschaft der Schulen jetzt zu verspielen", mahnt Peter Silbernagel.

Die Fakten strafen diejenigen Lügen, die in den letzten Tagen die hohe Nachhilfe-Quote mit der Schulzeitverkürzung in Verbindung brachten. "Das ist grober Unfug, da die Nachhilfe ein Ärgernis für alle Schulformen darstellt. Wir benötigen an allen Schulformen Rahmenbedingungen, die die Inanspruchnahme von kommerzieller Nachhilfe deutlich reduziert", fordert Peter Silbernagel.

Nachhilfe muss ein "Ausnahmetatbestand" sein. Sie darf nicht zum Normal-zustand werden, der von Eltern, Schülerinnen und Schülern wie auch von Lehrerinnen und Lehrern als unveränderlich hingenommen wird. Nachhilfe muss immer darauf ausgerichtet sein, sich selbst überflüssig zu machen. Letztlich ist Nachhilfe ein Stachel im Fleisch des Schulsystems, da sie dokumentiert, dass die individuelle Unterstützung in den Schulen insbesondere wegen außerordentlich großer Klassengrößen nur unzureichend erfolgen kann.


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