Gymnasium in Hamburg auf Einheitsschulkurs

Mit großer Sorge sieht der DPhV-Bundesvorsitzende Heinz-Peter Meidinger die Entwicklung der Gymnasien in Hamburg nach der Verabschiedung des neuen Schulgesetzes. Dabei kritisiert der Verbandsvorsitzende nicht nur die geplante nochmalige Verkürzung und Ausdünnung des Gymnasiums auf nur noch sechs Jahre, sondern insbesondere die Tatsache, dass die Bildungsprofile von Gymnasium und Stadtteilschule im Schulgesetz einander völlig angeglichen wurden.

13.11.2009 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)

"In den Paragraphen 15 und 17 werden die Bildungsziele und Bildungsprofile von Stadtteilschule und Gymnasium bis auf Punkt und Komma mit exakt den gleichen Worten beschrieben. Beide Schularten sollen nicht nur zum Abitur führen, sondern genau den gleichen Bildungsauftrag erfüllen. Die Botschaft ist klar: Ein eigenständiges, leistungsorientiertes Gymnasium soll es künftig nach dem Willen von Schwarz-Grün in Hamburg nicht mehr geben. Gegen eine Vereinigung von Gymnasium und Stadtteilschule nach ein oder zwei Legislaturperioden bietet das Hamburger Schulgesetz nicht nur keine Handhabe, es legt diese Zusammenführung sogar nahe!", betonte Meidinger.

Die Ankündigung der Union, bei den Bildungsplänen unterhalb der Gesetzesebene das gymnasiale Profil hervorzuheben, nannte der DPhV-Vorsitzende bedeutungslos. Dies sei nichts mehr als das Eingeständnis, dass man sich von der grünen Schulsenatorin komplett über den Tisch habe ziehen lassen.

Meidinger erinnerte daran, dass es über das noch bis 17. November 2009 laufende Volksbegehren der Elterninitiative "Wir wollen lernen" noch eine realistische Chance gebe, die in Hamburg drohende schleichende Zerstörung der Gymnasien zu verhindern.


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