"Haupschule schafft heute vielfach keine Perspektiven mehr für junge Menschen"
(ots/redaktion) - Nach Ansicht von Prof. Dr. Christian Pfeiffer, Gründer und Chef des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, besteht ein Zusammenhang zwischen fehlender Bildung und Ausbildung einerseits und Jugendkriminalität anderseits. Des belegten auch die Untersuchungen seines Instituts.
10.12.2009 ArtikelMehr und bessere schulische Integration bedeute weniger Gewaltbereitschaft, sagte er in einem Interview des Hamburger Grone-Magazins. Er belegte das an einem Beispiel: In Hannover sei in einem Projekt die Quote der jugendlichen Türken, die des Realschulabschuss oder das Abitur ansteuern könnten, von 50 auf 70 Prozent gesteigert worden. Parallel dazu sei die Zahl der Mehrfachtäter unter ihnen von 15 auf sieben Prozent gesunken. Besonders sorgt Pfeiffer die hohe Zahl von Schulabbrechern. "Viele davon begreifen später, was für einen Fehler sie gemacht haben und suchen dann verzweifelt nach Angeboten. Da müssen wir ansetzen, denn diese Jugendlichen haben eingesehen, dass sie nur mit nachträglicher Qualifizierung eine Chance haben", sagte Pfeiffer.
Vielen Jugendliche fehle die Zukunftsperspektive, sagte Pfeiffer weiter: "Vor allem die Haupschule schafft heute vielfach keine Perspektiven mehr für junge Menschen." Diese landeten dann oft in sozialen Randguppen: "Die falschen Freunde aber sind bezogen auf Jugendgewalt der Förderfaktor Nummer 1. Alle unsere Untersuchungen beweisen, dass das Umfeld prägenden Einfluss auf die jungen Menschen hat. Vor allem in den Hauptschulen Norddeutschlands konzentrieren sich heute immer stärker hoch belastete Jugendliche."
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