Bayern

Haushalt 2011/2012: Schlaglöcher ausbessern und in Bildung investieren

"Wenn Finanzminister Fahrenschon nun feststellt, dass mehr Steuereinnahmen fließen als erwartet, dann fordern wir für den Sparhaushalt, der heute im Landtag beraten wird, mehr Lehrerstellen für die Realschulen. Es darf nicht weiter sein, dass die Realschule seit nun 11 Jahren die Schulart ist, bei der man laufend spart, z. B. in dem man Realschülern ein Förderangebot von drei Wochenstunden vorenthält. Gleichzeitig diskutiert man darüber, wie die unerwarteten Steuermehreinahmen von 500 Millionen Euro in Bayern eingesetzt werden sollen. Wir müssen Schlaglöcher ausbessern, aber auch mehr in die Schulbildung, besonders an den Realschulen, investieren", fordert Anton Huber, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes.

02.02.2011 Pressemeldung Verband Reale Bildung

Huber bezieht sich mit seiner Forderung darauf, dass im Entwurf zum Doppelhaushalt für zwei Jahre lediglich 377 zusätzliche Lehrerstellen für Realschulen ausgewiesen sind. Damit könne weder die Schülermehrung noch das seit Jahren eklatante Defizit in der Lehrerversorgung an den Realschulen ausgeglichen werden. Verbesserungen lassen sich damit schon gar nicht erreichen. Der Verband fordert die Verantwortlichen dazu auf, im Haushalt die Prioritäten richtig zu setzen. "Die Realschule darf nicht weitere zwei Jahre das Sparschwein bayerischer Finanzpolitik sein – eine Schulart, bei der man wegen ihrer hohen Qualität bei sehr ungünstigen Rahmenbedingungen seitens des Finanzministeriums keine Notwendigkeit sieht, die sehr angespannte Situation zu beseitigen", meint Huber.

Die augenblickliche Situation ist, laut Huber, auch deshalb sehr unbefriedigend, weil sich sehr bald herausstellen wird, dass Hunderte von gut ausgebildeten Realschullehrkräften wegen der Sparmaßnahmen, die besonders die Realschulen treffen, kein Beschäftigungsangebot vom Staat erhalten. "Ich meine, es ist volkswirtschaftlich wesentlich sinnvoller, die Junglehrer an den Realschulen einzusetzen, als sie als arbeitslose Hilfskräfte Schlaglöcher ausbessern zu lassen", kommentiert der Vorsitzende Huber abschließend den aktuellen Vorschlag für die Verwendung der Steuermehreinnahmen.

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