Heraufsetzung des Pensionsalters auf 67 - GEW strikt dagegen
"Soll eine Lehrerin mit 67 Jahren tatsächlich mit 26 tobenden Erstklässlern Sportunterricht machen? Soll sie wirklich 26 Kinder unterrichten, die jünger als ihre eigenen Enkelkinder sind? Schon heute erreicht nur gut ein Viertel der Lehrkräfte die Altersgrenze von 65, weil es die enormen Belastungen des Stressberufes nicht verkraftet", sagte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Montag, 3.11.08 in Kiel zur geplanten Kabinettsentscheidung, das Pensionsalter für Beamtinnen und Beamte auf 67 Jahre herauf zu setzen. Die GEW lehne die Pläne der Landesregierung daher genauso wie die Erhöhung des Rentenalters strikt ab.
03.11.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-HolsteinDurch den späteren Pensionseintritt befürchtet die GEW eine erhebliche Zunahme der Frühpensionierungen aus gesundheitlichen Gründen. Noch am heutigen Montag hatte die GEW in einem Gespräch mit dem Chef der Staatskanzlei gemeinsam mit anderen DGB-Gewerkschaften versucht, die Landesregierung von ihrem Irrweg abzubringen. Doch verlief dieses Gespräch genauso ergebnislos wie ein vorheriges mit dem Innenminister.
Der GEW-Landesvorsitzende wies darauf hin, dass die psychischen und physischen Belastungen für Lehrerinnen und Lehrer sehr hoch seien. Vordringlich müssten daher die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte verbessert werden, anstatt ihnen zuzumuten noch länger vor der Klasse zu stehen. "Wer gute Bildung für alle Menschen will, braucht gesunde und motivierte Pädagogen", so Matthias Heidn.
Nach Zahlen des Innenministers betrug die Dienstunfähigkeitsquote im Jahr 2007 im Schulbereich 20,4 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um ca. zwei Prozentpunkte gestiegen. Der Anteil derjenigen Lehrkräfte, die bis zum Erreichen der Altersgrenze im Dienst verblieben sind, hat sich weiter verringert. Er beträgt jetzt 26,7 Prozent (Vorjahr: 33,0). Die meisten Lehrkräfte (52,9 Prozent) sind auf eigenen Antrag vor Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand versetzt worden.
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