Hessen: Schulleiter greifen in Wahlkampf ein
(bikl) Kurz vor der Landtagswahl in Hessen rückt die Bildungspolitik in den Mittelpunkt der öffentlichen Auseinandersetzung. Zehn Schulleiter von Privatschulen, Gymnasien und Realschulen haben jetzt vor den Schulplänen der SPD geplant. Als einseitig und unsachlich haben der Arbeitskreis der Hessischen Gesamtschuldirektoren und die Initative "Pro IGS" diese Stellungnahme zurückgewiesen.
23.01.2008 Hessen Artikel"Das bildungspolitische Programm von Andrea Ypsilanti darf nicht zur Realität werden," so lautet der Appell der zehn Schulleiter. Eltern, die jetzt ihre Kinder auf Gymnasien anmeldeten, sollten wissen, dass sie mit einer Wahlentscheidung womöglich "gegen ihre eigene Schulform stimmen". Schließlich verberge sich der Gemeinschaftsschule, die von der SPD angestrebt werde, nichts anderes als die Abschaffung von Grundschulen, Real- und Hauptschulen und Gymnasien.
"Die Polemik, mit der eine kleine Gruppe von Schulleiterinnen von Privatschulen, Gymnasien und Realschulen in die politische Diskussion eingreift, können und wollen wir so nicht stehen lassen", erklärten dazu heute die Sprecherin des Arbeitskreises der Hessischen Gesamtschuldirektoren, Hiltrud Werkmann, der Sprecher der Initiative "Pro IGS", Alfred Harnischfeger. Im Arbeitskreis der Gesamtschuldirektoren sind mehr als 150 Schulleiter vertreten.
"Panikmache und Angstszenarien sind verantwortungsvollen Pädagogen unwürdig", so Werkmann und Harnischfeger: "Wir verlangen von allen Parteien endlich und ausschließlich Programme, die die Kinder in den Mittelpunkt stellen und nicht die Interessen von einzelnen gesellschaftlichen Gruppen."
Niemand trete dafür ein, Schulformen abzuschaffen, die sich bewährt hätten und die Kinder fördern, statt auszusortieren. Auch an Gymnasien gebe es viele gute Pädagogen. "Aber wir begrüßen und unterstützen jede Absicht von Parteien und gesellschaftlichen Gruppen, Eltern, die integrierte Systeme wollen, auch die Möglichkeit für eine solche Schulwahl zu geben. Dazu gehöre auch, dass alle Schulen die Chance erhalten, behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam zu unterrichten", betonen Werkmann und Harnischfeger.
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