Im Wahljahr 2008: Zweckoptimismus statt Reformen!

"Mit seiner heutigen Regierungserklärung wird Kultusminister Schneider kaum Jubel auslösen", so Gele Neubäcker, Vorsitzende der GEW Bayern, "denn sie enthält nichts Neues!" Weder die Wiederholung der Zahl "neuer" Lehrkräfte, deren fragwürdige Arbeitsbedingungen Schneider verschweigt, noch die der zusätzlichen Deutschförderstunden verbessert die Bedingungen, unter denen Schülerinnen und Schüler lernen und Pädagoginnen und Pädagogen arbeiten müssen.

03.07.2008 Bayern Pressemeldung GEW Bayern

Ein Armutszeugnis ist es, die Klassenobergrenze für "weiterführende Schulen" erst bis zum Jahr 2013 auf lediglich 30 absenken zu wollen. Hilflos und unverbindlich wirkt die Absichtserklärung, bis 2013 etwa ein Fünftel der Grundschulen mit gebundenen Ganztagszügen – nicht als wirkliche Ganztagsschulen – auszustatten. Noch dürftiger wirkt die Erklärung, bis 2013 / 2014 in den Eingangsstufen von Realschulen und Gymnasien "rhythmisierte Ganztagsklassen" einrichten zu wollen. Hier nennt Schneider nicht einmal eine Zielgröße, sondern brüstet sich sogar noch damit, dass derzeit an zehn von etwa 200 Realschulen und an zwölf von etwa 300 Gymnasien solche Klassen bereits bestehen.

Neubäcker: "Wenn Schneider die Hauptschule als die "Schule für Handwerk, Technik und soziale Berufe" bezeichnet, sieht er diese Schulart durch eine rosarote Brille. In zahlreichen Handwerksberufen werden Schüler mit einem "richtigen" mittleren Bildungsabschluss bevorzugt, und für die meisten technischen Berufe wird der mittlere Bildungsabschluss vorausgesetzt. Ebenso für die allermeisten sozialen Berufe, auch wenn theoretisch manchmal ein Hauptschulabschluss "genügen" würde. Die angesehenen sozialen Berufe sind nur mit mindestens einem mittleren Abschluss zu erreichen, der Trend geht zu anspruchsvolleren Voraussetzungen."

Selbst für das brennendste Problem, dass mehr als sieben Prozent eines Altersjahrgangs die Schule ohne irgendeinen Abschluss verlassen, hat Schneider nicht mehr übrig als die Absichtserklärung, diese Zahl senken zu wollen. Von konkreten Maßnahmen ist nicht die Rede.

Alles in allem sieht die GEW Bayern in der heutigen Regierungserklärung den Versuch, die auch in Bayern desolate Situation der Schulen schönreden zu wollen!

Ansprechpartner

GEW Bayern

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden