In Niedersachsen engagieren sich 3000 Schüler als "Buddys"
An rund 100 Schulen in Niedersachsen gehören "Buddys" (engl. für Kumpel) zum Alltag: Als Pausen-, Hausaufgaben- oder Sanitäter-Buddys gestalten sie das Schulleben mit. Die etwa 3000 Schüler erweitern so ihre sozialen Kompetenzen und lernen, Verantwortung zu übernehmen. Seit Beginn des Schuljahres läuft das von der Vodafone Stiftung geförderte "Buddy-Projekt" in Niedersachsen – Zeit für eine Zwischenbilanz.
13.07.2007 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium"Mit dem Buddy-Projekt, geben wir den Lehrkräften und Schülerinnen und Schüler ein wirksames Instrument an die Hand geben, das helfen kann, Probleme ihrer jeweiligen Schule zu lösen. Wir wollen die Schulen darin unterstützen, ihre Schülerinnen und Schüler zur Verantwortung für ihren schulischen Lern- und Lebensraum zu erziehen", beschrieb der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann das Ziel der Zusammenarbeit.
An den Schulen ist eine Vielfalt an Projekten entstanden. Unter dem Motto "Mach mit! Verantwortung lernen." sind die Schüler im Landesprogramm aktiv. "Pausen-Buddys" sind beliebt, weil sie vielfältige Probleme auf dem Schulhof lösen können: von der Ausgabe von Spielgeräten und dem Einsatz als Schiedsrichter bis zur Streitschlichtung nehmen sie viele Aufgaben wahr. Andere Schüler engagieren sich als Paten für Jüngere oder helfen Neuzugängen, sich an der Schule zurechtzufinden. An zahlreichen Schulen bieten Buddys ihren Mitschülern außerdem Unterstützung bei den Hausaufgaben an.
Besondere Projekte: Fahrradwerkstatt und Sanitäter-Buddys Es gibt auch besondere Projekte: So haben Schüler aus Delmenhorst eine Fahrradwerkstatt eröffnet und bieten Mitschülern nach der Schule Hilfe bei Reparaturen an. In Hannover kümmern sich Sanitäter-Buddys um die Gesundheit ihrer Mitschüler. Sie wurden von einer Lehrerin in Erster Hilfe eingewiesen und sind jetzt in den Pausen dafür zuständig, Kühlkissen zu verteilen und kleine Wunden zu verarzten. Sie wissen auch, wann sie Lehrer holen müssen. Trotz der unterschiedlichen Aufgaben hat das Engagement der Buddys eines gemeinsam: Die Schüler helfen sich gegenseitig und übernehmen Verantwortung.
"Der Buddy-Gedanke ist an den Schulen angekommen." Von jeder Schule haben zwei Pädagogen das fünftägige Buddy-Training absolviert und gemeinsam mit den Trainern ein Praxisprojekt entwickelt. "Der Buddy-Gedanke ist an den Schulen angekommen", resumiert der für die Region Hannover tätige Schulpsychologe Hans Meyer die Lage zum Ende des Schuljahres. Gemeinsam mit 13 Kollegen betreut er das Programm. Seine Aussage bezieht sich dabei nicht nur auf die entstandenen Projekte, sondern auch auf die Stimmung. "Als Schulpsychologe habe ich ja oft mit negativen Situationen zu tun. Buddy ist anders. Es ist positiv besetzt und bringt frischen Wind. Die Lehrer zeigen ihre Freude, die sie mit Schülern in den Praxisprojekten haben." Auch bei den Schülern kommt das Projekt gut an. "Es macht Spaß, Buddy zu sein und sich zu überlegen, wie man das Schulleben verbessern kann", sagt beispielsweise die 13-jährige Sarah aus Laatzen.
Konflikt- und Reflexionsfähigkeit als Bildungsziel "Durch ihre Tätigkeit erwerben die Schüler soziale Kompetenzen wie etwa Konflikt- und Reflexionsfähigkeit, Empathie und Kommunikationskompetenz. "Immer mehr Arbeitgeber achten auf diese Kompetenzen. Deshalb erhalten die Buddys von vielen Lehrern zum Schuljahresende ein Zertifikat, das ihr Engagement würdigt", so Dr. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Vodafone Stiftung. Bundesweit nehmen rund 800 Schulen am Buddy-Projekt teil. Neben Niedersachsen ist das von der Vodafone Stiftung geförderte Projekt offizielles Schulprogramm in Hessen, Berlin, Thüringen und Ostwestfalen-Lippe. Weitere Informationen und eine Liste der teilnehmenden Schulen aus Niedersachsen finden Sie unter www.buddy-ev.de.
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