Inklusion – nicht den zweiten Schritt vor dem ersten
Eine optimale Förderung behinderter Schülerinnen und Schüler ist eine wichtige Aufgabe unserer Gesellschaft. Sie setzt ein hohes Maß an Professionalität und Erfahrung voraus. "Inklusion kann aber nicht per Gesetz über Nacht zur Aufgabe der Lehrkräfte allgemeinbildender Schulen deklariert werden", kritisiert der Landesvorsitzende des Verbandes Reale Bildung (VRB) Bernd Karst.
19.05.2014 Pressemeldung Verband Reale Bildung"Ohne zusätzliche, vollausgebildete Förderschullehrkräfte in ausreichender Zahl ist an einen "inklusiven Unterricht", der behinderten wie nicht behinderten Kindern gerecht wird, nicht zu denken."
Das Bildungsministerium muss endlich die personellen, sächlichen und räumlichen Erfordernisse anerkennen und deren Finanzierung klären. Ohne zusätzliche Investitionen ist absehbar, dass die Akzeptanz für Inklusion bei Schülern, Eltern und Lehrkräften immer mehr schwinden wird. In welchem Umfang diese Kosten vom Land bzw. von den Schulträgern übernommen werden, muss vorab geklärt werden. Der VRB fordert, dass die Landesregierung ihrer Verantwortung für das Gelingen von Inklusion endlich ernst nimmt und diese nicht auf die Lehrkräfte und Schulträger allgemeinbildender Schulen abwälzt.
Der Verband Reale Bildung erinnert daran, dass bei der Frage nach dem richtigen Weg der Förderung stets das Wohl aller Schülerinnen und Schüler und nicht Wunschdenken im Vordergrund stehen kann. Daher darf die Politik bei der Umsetzung der Inklusion nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen. Inklusion muss finanzierbar sein, wenn sie gelingen soll. Einen ersten Hinweis hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer in der Jauch-Talk-Runde vom 18. Mai gegeben: "Wir haben im Schnitt an den Schwerpunktschulen eine Förderschullehrerstelle für fünf Inklusionskinder." Diese günstige Quote ist jedoch nach Auskunft der Schwerpunktschulen noch weit von der Realität entfernt.
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